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Ein Klima, in dem sich jeder traut, Unrecht zu melden, will Verteidigungsministerin von der Leyen schaffen.
Ein Klima, in dem sich jeder traut, Unrecht zu melden, will Verteidigungsministerin von der Leyen schaffen.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 19. November 2017

Fast 190 Fälle: Mehr angezeigte Übergriffe bei der Truppe

Es geht bis hin zum Vergewaltigungsverdacht: Immer mehr Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr melden sexuelle Übergriffe. Das Ministerium sieht keinen Anstieg der Fälle. Vielmehr seien die Betroffenen mutiger.

Bei der Bundeswehr ist die Zahl der gemeldeten Sexualstraftaten einem Bericht zufolge sprunghaft angestiegen. Besonders stark erhöht hätten sich die gemeldeten Verdachtsfälle von Vergewaltigung, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundesverteidigungsministerium. Auch die Gesamt-Verdachtsfälle von sexuellen Übergriffen hätten in diesem Jahr stark zugenommen.

Bei Vergewaltigungen wurden dem Bericht zufolge bis zum 14. November elf Vorfälle angezeigt, bei denen ein Bundeswehrangehöriger eine Kameradin oder einen Kameraden vergewaltigt oder dies versucht haben soll. Im gesamten Vorjahr habe es nur fünf Meldungen gegeben, berichtete "Bild am Sonntag".

Insgesamt gab es demnach in diesem Jahr bis Ende September 187 Meldungen zu sexuellen Übergriffen, nach 128 Meldungen im gesamten Jahr 2016. Darunter falle alles, vom Berühren eines Oberschenkels bis hin zur Vergewaltigung. Allerdings seien einige Altfälle laut Bundeswehr 2017 noch einmal gemeldet worden, weil Betroffene mit dem Umgang nicht zufrieden gewesen seien.

Das Bundesverteidigungsministerium geht demnach allerdings nicht davon aus, dass es plötzlich viel mehr Vergewaltigungen gibt. Vielmehr habe sich die Dunkelziffer verringert, weil immer mehr Opfer die Tat anzeigen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte der Zeitung: "Sexuelle Übergriffe, die wir in der Gesellschaft ächten, ahnden wir ebenso in der Bundeswehr. Wir wollen in der Truppe ein Klima der Offenheit, in dem sich jeder und jede traut, Unrecht und Gewalt zu melden." Es sei ein positives Zeichen, dass Vorgesetzte und Mannschaften häufiger Vorfälle anzeigten.

Quelle: n-tv.de

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