Politik

Sorge um Sicherheit des AKW Minister: Personal in Saporischschja wird gefoltert

Die Situation am Atomkraftwerk Saporischschja ist seit Tagen unübersichtlich. Die russischen Besatzer hatten zuletzt den Kontakt mit der Internationalen Atomenergiebehörde stark eingeschränkt. Nun erhebt der ukrainische Energieminister schwere Vorwürfe.

Nach Angaben des ukrainischen Energieministers foltern russische Einheiten das Personal des Kernkraftwerks Saporischschja, um es zu einer öffentlichen Erklärung zu zwingen. Herman Haluschtschenko behauptet in einem Beitrag auf Facebook, das Betriebspersonal werde seit vier Tagen als Geisel gehalten. "Es befinden sich etwa 500 russische Soldaten und 50 Einheiten schwerer Ausrüstung in der Station. Die Mitarbeiter des Bahnhofs sind physisch und psychisch erschöpft", so Haluschtschenko.

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Am Wochenende hatte sich bereits die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) über die Entwicklungen in Europas größtem AKW besorgt gezeigt. Die Ukraine hatte der IAEA mitgeteilt, dass das Kernkraftwerk zwar weiter durch reguläres Personal betrieben werde, die Werksleitung jedoch nun unter dem Befehl eines Kommandeurs der russischen Streitkräfte stehe, dessen Zustimmung auch für alle Maßnahmen im Zusammenhang mit dem technischen Betrieb der sechs Reaktorblöcke nötig sei. Dies widerspreche dem Sicherheitskonzept bei AKWs, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi. Das Personal müsse ohne Druck seine Sicherheitsaufgaben erfüllen können.

Außerdem hätten die russischen Streitkräfte nach Angaben aus Kiew die Kommunikation mit dem Personal durch das Abschalten des Internets und einiger mobiler Netzwerke stark eingeschränkt. "Zuverlässige Kommunikation zwischen der Aufsichtsbehörde und dem Betreiber ist ein entscheidender Teil der gesamten nuklearen Sicherheit und Sicherung", sagte Grossi weiter. Er wies aber auch darauf hin, dass aktuell alle Strahlungswerte im normalen Bereich lägen und der Betrieb störungsfrei laufe. Jüngst war auf dem Gelände des Atomkraftwerks im Zuge von Kampfhandlungen ein Feuer in einem Nebengebäude ausgebrochen, das schnell gelöscht werden konnte.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/rts

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