Politik

Eine Million Kinder betroffen NGO erklärt Gazastreifen für unbewohnbar

20a7b3daac2b2f5e0f8925206f589305.jpg

Zwei palästinensische Jungen spielen in Gaza-Stadt.

(Foto: dpa)

Vor allem Kinder leiden unter den katastrophalen Zuständen im Gazastreifen. Unter anderem die schlechte Gesundheitsversorgung mache das Gebiet für sie zu einem lebensgefährlichen Ort, sagt Save the Children. Die Kinderrechtler appellieren an Israel.

Die Hilfsorganisation Save the Children hat den Gazastreifen für rund eine Million Kinder als "nicht mehr bewohnbar" eingestuft. In dem Küstenstreifen gebe es täglich nur noch zwei bis vier Stunden lang Strom, steht in einem Bericht der Organisation. Für mehr als 740 Schulen sei es ein harter Kampf, ohne Strom zu funktionieren. Der schlechte Zustand von Gesundheits- und Notfalleinrichtungen gefährde das Leben der Kinder.

Wegen unbehandelten Abwassers drohe eine Umweltkatastrophe, heißt es weiter. Viele Kinder könnten angesichts der Umstände nicht schlafen, lernen oder spielen. "Eine Million Kinder in Gaza leben unter schrecklichen Umständen", steht in dem Bericht. Viele hätten das muslimische Opferfest Eid al-Adha im Dunkeln verbracht.

Save the Children rief Israel dazu auf, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben. Israelische und palästinensische Behörden müssten die Versorgung der Einwohner gewährleisten. "Die internationale Gemeinschaft hat nicht auf das Leiden der palästinensischen Kinder in Gaza reagiert", beklagte die Hilfsorganisation.

Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Sie wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Israel hat eine Blockade über den Küstenstreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Israel ermöglicht aber die Einfuhr humanitärer Hilfsmittel. Zuletzt wurden auf Wunsch des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas Stromlieferungen an den Gazastreifen weiter gekürzt. Hintergrund ist ein Machtkampf der Fatah-Organisation von Abbas und der Hamas.

Quelle: ntv.de, hul/dpa