Politik

Auf Bitten der Türkei Nato kommt nach Flugzeug-Abschuss zusammen

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(Foto: REUTERS)

Im Grenzgebiet zwischen dem Nato-Mitglied Türkei und Syrien wird ein russisches Flugzeug abgeschossen. Ankara begründet die Aktion mit Luftraumverletzungen. Nun will sich das Verteidigungsbündnis beraten.

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die Türkei berät die Nato über die Lage. Für den Nachmittag sei auf Antrag der türkischen Regierung ein "außerordentliches Treffen" des Nordatlantikrates einberufen worden, teilte ein Nato-Sprecher mit. Dabei wolle die Türkei die Verbündeten über den Vorfall informieren.

Die türkische Armee hatte am Dienstag im Grenzgebiet zu Syrien einen russischen Kampfjet vom Typ SU-24 abgeschossen. Die Maschine verletzte Ankara zufolge trotz Warnungen den türkischen Luftraum. Die russische Regierung erklärte dagegen, das Flugzeug habe sich ausschließlich im syrischen Luftraum aufgehalten. Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien Ende September, dass ein russisches Militärflugzeug abgeschossen wurde.

Ein Nato-Sprecher erklärte auf Anfrage, bei dem Treffen handele es sich nicht um Konsultationen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrages. Nach diesem konsultieren sich die Bündnismitglieder, "wenn nach Auffassung eines von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist". Anders als beim Bündnisfall nach Artikel fünf sind unmittelbare Folge nur Beratungen, eine konkrete Reaktion der Nato ist aber möglich.

Seit Gründung der Allianz 1949 wurde Artikel 4 fünfmal in Anspruch genommen - davon viermal durch die Türkei. Zuletzt berief sich Ankara im Juli auf die Bestimmung, als es um die Bedrohung durch Anschläge und Angriffe vor dem Hintergrund des Konflikts in Syrien und im Irak ging.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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