Politik

Nach Ibiza-Affäre Norbert Hofer wird neuer FPÖ-Chef

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Hofer (links) kommt, Strache geht: Die FPÖ hat einen neuen Parteichef.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Straches Rücktritt von allen Ämtern präsentiert die FPÖ einen neuen Parteichef: Verkehrsminister Hofer übernimmt das Steuer inmitten einer schweren Regierungkrise in Wien. Ob der umstrittene Innenminister Kickl nach der Video-Affäre sein Amt behält, ist unklar.

Der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer ist in der Sitzung des FPÖ-Bundesparteipräsidiums einstimmig zum neuen Parteichef bestimmt worden. Bei der nächsten Sitzung des Bundesparteivorstandes, die nach der Europawahl stattfinden wird, solle diese Entscheidung formal bestätigt werden, gab die FPÖ bekannt. Hofer ist damit Nachfolger von Heinz-Christian Strache, der wegen eines Skandal-Videos zurückgetreten war.

FPÖ-Franktionschef Johann Gudenus verkündete seinen Austritt aus der FPÖ - "mit sofortiger Wirkung", teilte er mit. Ebenso werde er sein Nationalratsmandat niederlegen. Gudenus trat in dem Enthüllungs-Video ebenfalls auf.

Nach nur anderthalb Jahren im Amt war die rechtskonservative Regierung in Österreich durch die Veröffentlichung eines Videos am Samstag geplatzt. Ob die anderen Minister der rechtspopulistischen FPÖ nach dem Rücktritt von Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache wegen des "Ibiza-Skandals" im Amt bleiben, war am bislang unklar.

Hintergrund des Skandals um die FPÖ ist ein heimlich aufgenommenes Video, in dem sich Strache vor der Parlamentswahl 2017 bereit zeigt, als Gegenleistung für verdeckte Wahlkampfgelder öffentliche Aufträge an die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen zu vergeben. Strache war auf Ibiza in eine ausgeklügelte Falle getappt.

Auch wenn die Methoden, wie das Video entstanden sei, "verachtenswert" seien, spreche der Inhalt für sich, sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz dazu. Der Kanzler äußerte sich nicht dazu, ob ranghohe FPÖ-Politiker, darunter der umstrittene Innenminister Herbert Kickl, im Amt bleiben würden.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa/AFP

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