Politik

Tränengas und Gummigeschosse Polizei löst Gay-Pride-Demo in Istanbul auf

ffe7f1c0e49aa63f2dfd3195481084c3.jpg

Für viele in Istanbul ist die Regenbogenfahn immer noch eine Provokation.

(Foto: dpa)

Der Gouverneur von Istanbul hatte Kundgebungen für die Rechte Homosexueller zur Pride Week verboten. Eine kleine Gruppe Unbeugsamer widersetzt sich der Anordnung. Sie sind nicht die einzigen, gegen die die Polizei dieses Wochenende mit Härte vorgeht.

Nach dem Verbot der Gay-Pride-Parade in Istanbul ist die Polizei in der türkischen Metropole gewaltsam gegen Dutzende Teilnehmer einer Demonstration für die Rechte Homosexueller vorgegangen. Die Beamten setzten Gummigeschosse und Tränengas ein, um die Kundgebung aufzulösen.

Etwa 150 Menschen nahmen an der Demonstration in der Nähe des Taksim-Platzes im Zentrum der Millionenmetropole teil. Sie sahen sich einem Sicherheitsaufgebot von mehreren hundert Spezialkräften gegenüber. Als diese gewaltsam gegen die Demonstration vorgingen, flohen die Teilnehmer in die umliegenden Gassen. Laut türkischen Medienberichten wurden zwei Demonstranten festgenommen.

Die Demonstranten hatten sich zuvor vor einem Büro der Homosexuellen-Bewegung nahe dem Taksim-Platz versammelt und dort die Regenbogenfahne aufgehängt - das Symbol der Bewegung der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT). Ein Aktivist wurde von einem Polizisten daran gehindert, vor anwesenden Journalisten eine Erklärung zu verlesen.

Demonstration für Radiohead-Fans aufgelöst

Vor der LGBT-Demonstration waren laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan rund ein dutzend Homosexuellen-Gegner zum Taksim-Platz vorgedrungen. Sie seien von den Sicherheitskräften festgenommen worden. Einer der Demonstranten habe "Wir sind Ottomanen, wir wollen hier solche Leute nicht", gerufen.

Die Demonstration mit dem Titel "Trans Pride" fand im Zusammenhang mit der beginnenden LGBT-Woche in der Türkei statt, in deren Rahmen zahlreiche Veranstaltungen geplant sind. Die Istanbuler Behörden hatten am Freitag bekanntgegeben, die für kommenden Sonntag als Höhepunkt der LGBT-Woche geplante Gay-Pride-Parade zu verbieten. Die Behörden begründeten dies mit Sicherheitsbedenken, LGBT-Aktivisten werteten das Verbot als verfassungswidrig.

Erst am Samstag war die Polizei in Istanbul gewaltsam gegen eine Demonstration vorgegangen, bei der gegen die Stürmung eines Plattenladens durch Islamisten protestiert wurde. Dort hatten Fans gemeinsam das neue Album der Band Radiohead gehört und auch - trotz Ramadan - Alkohol getrunken. Die rund 500 Demonstranten wurden von der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander getrieben.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema