Politik

Nach Wahl von Kemmerich Proteste gegen FDP in Berlin und Erfurt

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Demonstranten in Erfurt

(Foto: dpa)

Die Wahl von FDP-Politiker Thomas Kemmerich zu Thüringens Ministerpräsident mit AfD-Stimmen zieht Proteste nach sich. Demonstranten versammeln sich in Erfurt und vor der FDP-Zentrale in Berlin.

Nach der Wahl des neuen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich regt sich Widerstand auf Berlins Straßen sowie vor dem Landtag in Erfurt. Am frühen Abend versammelten sich Dutzende Menschen vor der FDP-Bundeszentrale im Stadtteil Mitte. Die Polizei bestätigte, dass dort spontan demonstriert wurde. Für 18 Uhr riefen die Berliner SPD, Grünen und Linken zudem offiziell zu einer Kundgebung dort auf.

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Proteste vor der FDP-Zentrale in Berlin

(Foto: dpa)

Außerdem gab es Aufrufe zu einer spontanen Kundgebung vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin, der CDU-Bundeszentrale. Auch in Thüringen riefen die dortigen Grünen unter dem Hashtag #nichtmeinmp für Mittwoch zu Demonstrationen unter anderem in Erfurt, Jena, Weimar und Gera auf. Am Nachmittag versammelten sich nach Angaben des MDR rund 200 Menschen zu Spontanprotesten vor dem Landesparlament in Erfurt.

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Auch in Frankfurt versammeln sich nach Polizeiangaben 500 Menschen zum Protest.

(Foto: Benjamin Holler)

Kemmerich war am Nachmittag im Landtag mit Unterstützung von CDU und AfD zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Er setzte sich im dritten Wahlgang mit einer Stimme Mehrheit gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow von den Linken durch. Linke, SPD und Grüne kritisierten die Wahl Kemmerichs mit AfD-Stimmen als "Dammbruch". Auch die Spitzen der Union, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und der CDU-Vorsitzende Markus Söder, gingen auf Distanz zum Abstimmungsverhalten der Thüringer CDU-Landtagsfraktion.

Nutzer der sozialen Netzwerke wie auch Demonstranten zogen Vergleiche zur Machtergreifung der NSDAP mit Unterstützung bürgerlicher und rechtskonservativer Parteien. Zumal die NSDAP erstmals in Thüringen an einer Regierung beteiligt worden war.

Quelle: ntv.de, shu/AFP