Politik

Badawi bei schlechter Gesundheit Prügelstrafe für Blogger erneut ausgesetzt

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Weltweit protestieren Menschen gegen die Auspeitschung von Raif Badawi, heute unter anderem im kanadischen Ottawa.

(Foto: dpa)

Der saudische Aktivist Raif Badawi entgeht auch in dieser Woche der öffentlichen Auspeitschung. Sein Gesundheitszustand ist zu schlecht. Die Ehefrau äußert sich aus dem kanadischen Exil besorgt: Kein Mensch könne jede Woche 50 Hiebe ertragen.

Die Prügelstrafe gegen den zu 1000 Stockhieben verurteilten Blogger Raif Badawi ist erneut ausgesetzt worden. Wie eine Sprecherin von Amnesty International sagte, wurden die nach dem Mittagsgebet geplanten 50 öffentlichen Schläge nicht vollzogen.

Vor drei Wochen war der Blogger erstmals in der Stadt Dschidda öffentlich mit Stockhieben bestraft worden, weil er den Islam im Internet beleidigt haben soll. Danach wurde die Strafe bereits zweimal aus "gesundheitlichen Gründen" ausgesetzt.

Der Gesundheitszustand Badawis gibt nach Angaben seiner im Exil lebenden Frau Anlass zur Sorge. Vor dem anstehenden vierten Termin der Prügelstrafe hatte Ensaf Haidar gesagt, ihr Mann leide an Bluthochdruck und eine weitere Runde der Strafe könne ihn noch weiter schwächen. "Sein Zustand ist schlecht und er wird immer schlechter", sagte sie an der Seite von kanadischen Abgeordneten und Vertretern von Amnesty International. "Ich bin sehr besorgt um ihn."

Badawi wurde im vergangenen Jahr zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Blogger hatte sich für eine Diskussion über das Verhältnis zwischen Staat und Religion in Saudi-Arabien eingesetzt. Sein Schicksal sorgt derzeit international für Bestürzung und Anteilnahme.

Der Fall hat auch den Besuch von US-Präsident Barack Obama beim neuen Monarchen am vergangenen Dienstag überschattet. Washington werde bei den Menschenrechten einen "stetigen, durchgehenden Druck" auf Saudi-Arabien ausüben, sagte Obama dem TV-Sender CNN. Der Präsident räumte ein, dass einige Verbündete Themen wie Menschenrechte und politische Reformen als unbequem und frustrierend empfänden.

Quelle: nsc/bdk/AFP/dpa

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