Politik

Prügelstrafe für saudischen Blogger Badawis Frau bittet um Gnade

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Weltweit gibt es Proteste gegen die Auspeitschung des Bloggers Raif Badawi.

(Foto: imago/i Images)

950 Peitschenhiebe stehen dem saudi-arabischen Blogger Raif Badawi noch bevor - international wird die Prügelstrafe hart kritisiert. Badawis Frau äußert sich nun öffentlich. Sie bittet darum, die Strafe fallen zu lassen.

Vor drei Wochen wurde der saudi-arabische Blogger Raif Badawi erstmals öffentlich mit Stockhieben bestraft - an diesem Freitag könnte die Tortur in eine neue Runde gehen. Nach Angaben von Amnesty International drohen Badawi gesundheitliche Langzeitschäden, falls er die Reststrafe von 950 Stockhieben erhält.

Die Frau des Verurteilten appellierte in einem Interview an die saudische Regierung, Gnade walten zu lassen. "Mein Mann hat niemals etwas gegen den Islam oder irgendeine andere Religion gesagt oder geschrieben", sagte Ensaf Haidar der Wochenzeitung "Die Zeit" und dem Berliner "Tagesspiegel". Er habe immer nur die "Männer der Religion" in Saudi-Arabien kritisiert, die den Islam für ihre Zwecke ausnutzen würden. "Seine Vision ist eine liberale Gesellschaft, die auf einem friedlichen Zusammenleben aller Mitglieder fußt."

Laut Haidar, die mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada Zuflucht fand, wird der Kontakt zu Raif Badawi von den saudischen Behörden stark reglementiert. Auch Anwälte würden ihn aus Angst nicht vertreten wollen.

Amnesty warnt vor Langzeit-Schäden

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe und insgesamt 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Schläge erhielt er vor drei Wochen in Dschidda. Danach setzte die Vollzugsbehörde die Prügelstrafe zweimal aus "gesundheitlichen Gründen" aus. An diesem Freitag könnten neue Schläge folgen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte vor den Folgeschäden der Tortur. Sie könne dauerhafte Lähmungen und psychische Schäden verursachen, gaben Mediziner zu bedenken.

Vor der Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin protestierten Menschenrechtler am Donnerstag mit einer Mahnwache gegen die Prügelstrafe für Badawi. Gut 50 Menschen folgten dem Aufruf von Amnesty International, wie die Organisation mitteilte. Sie hielten Banner und Plakate hoch und riefen Parolen wie "Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht" und "Freiheit für Raif Badawi".

Quelle: ntv.de, fma/dpa

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