Politik

Politische Störaktion im Finale Pussy-Riot-Aktivistin klatscht mit Mbappé ab

In Polizeiuniformen stürmen die Aktivistinnen von Pussy Riot mitten im WM-Finalspiel aufs Spielfeld - und protestieren damit gegen die Politik des Kreml. Frankreichs Überflieger Kylian Mbappé lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Er reagiert cool.

Vier Flitzer haben beim Finale der Fußball-WM in Moskau zwischen Frankreich und Kroatien für eine kurze Unterbrechung gesorgt. Die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot ließ kurz danach über die Sozialen Medien verlauten, die Frauen auf dem Spielfeld seien ihre Mitglieder gewesen. "Vier Mitglieder von Pussy Riot im Finale der Fußball-WM", hieß es bei Facebook.

Dazu stellte sie eine Liste von Forderungen auf: Politische Gefangene sollten freigelassen werden, Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, das Land brauche mehr politischen Wettbewerb. Von der Polizei gab es noch keine Stellungnahme.

Die vier Frauen trugen Uniformen, die an Polizisten erinnerten, und flitzten fröhlich winkend mitten im Finale auf den Platz - wurden aber schnell von Sicherheitsleuten geschnappt. Einer der Aktivistinnen gelang es zuvor noch, mit Frankreichs Superstar Kylian Mbappé abzuklatschen. In ihrem Schreiben nannte Pussy Riot die Aktion "Der Polizist kommt ins Spiel".

Damit wollten sie nach eigenen Angaben an den elften Todestag des russischen Dichters und Künstlers Dmitri Alexandrowitsch Prigow erinnern. In dem Statement nutzten sie das Bild vom himmlischen Polizisten auf der einen Seite und des irdischen Polizisten auf der anderen Seite. Der himmlische Polizist schaue Fußballfans beim Feiern zu, der irdische löse Versammlungen auf.

Die Gruppe will mit ihrer Aktion offenbar auf die Diskrepanz zwischen Russland während der WM und dem Russland danach aufmerksam machen. Der argentinische Schiedsrichter Nestor Pitana schien die Flitzer im ersten Moment nicht zu bemerken, stoppte die Partie dann aber doch für kurze Zeit. Nachdem die Sicherheitskräfte die Störer vom Platz geführt hatten, wurde die Begegnung fortgesetzt.

Die Punkgruppe hat in der Vergangenheit immer wieder kremlritische Aktionen an öffentlichen Orten inszeniert. 2012 wurden drei Aktivistinnen nach einem "Punk-Gebet" in einer Kirche verhaftet, wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt und später begnadigt. Die Strafe für "Beleidigung religiöser Gefühle" wurde danach deutlich verschärft.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/sid