Politik

"Mache Hackfleisch aus Ihnen" Putin-Vertrauter droht Nawalny Schläge an

Die Korruptionsvorwürfe des Kreml-Gegners Nawalny gegen die Führung der Nationalgarde bleiben nicht unbeantwortet. Ihr Chef Solotow beschimpft den derzeit im Gefängnis sitzenden Oppositionellen wüst. Er droht nicht nur mit der Judomatte.

Mit einer unverhohlenen Drohung hat der Chef der russischen Nationalgarde auf Korruptionsvorwürfe des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny reagiert. "Ich fordere Sie zum Zweikampf heraus, im Ring, auf der Tatami (Judomatte) oder sonst wo. Und ich verspreche Ihnen, in wenigen Minuten saftiges Hackfleisch aus Ihnen zu machen", sagte der Putin-Vertraute Wiktor Solotow in einer Videobotschaft. "Niemand hat Ihnen je einen ordentlichen Tritt in den Hintern gegeben."

Nawalny hatte im August Korruptionsvorwürfe gegen die Führung der Nationalgarde erhoben. Der Oppositionspolitiker beschuldigte Solotow, sich persönlich bereichert zu haben. Putins früherer Leibwächter sei ein "reicher Mann" und seine Familie besitze mehrere Luxus-Immobilien, sagte Nawalny.

Der Chef der Nationalgarde reagierte mit wüsten Beschimpfungen auf die Anschuldigungen. Er nannte Nawalny einen "miesen amerikanischen Agenten", der versuche, Russland zu destabilisieren. Die mehr als sechs Minuten lange Ansprache wurde auf der Website der Nationalgarde veröffentlicht.

Kreml-Sprecher hat Verständnis für Solotows Attacke

Nawalny verbüßt derzeit wegen des Aufrufs zu einer nicht genehmigten Demonstration eine 30-tägige Haftstrafe. Seine Mitstreiter äußerten sich besorgt, reagierten aber auch mit Spott auf die Verbalattacke. Solotows Botschaft enthalte "sehr ernste Drohungen", schrieb Nawalnys Ex-Kampagnenleiter Leonid Wolkow auf Twitter. Solotow habe offenbar vergessen, dass Nawalny im Gefängnis sitze und daher nichts erwidern könne.

"Sechs Minuten Drohungen und kein einziges Wort, um Fakten und Beweise zu widerlegen", erklärte Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte Verständnis für Solotows scharfe Attacke. Der Chef der Nationalgarde habe auf seine Weise auf Nawalnys "Verleumdungen" reagiert. Eine direkte Gewaltandrohung könne er in der Videobotschaft nicht erkennen.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

Mehr zum Thema