Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Merz' Ansehen fällt auf Rekordtief, Vertrauen in alle Parteien am Boden

11.08.2026, 14:05 Uhr
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Das politische Berlin ist im Sommerurlaub, doch die Bundespolitik treibt die Menschen um. Die allermeisten fühlen sich von den Parteien im Stich gelassen - von allen Parteien. Im RTL/ntv-Trendbarometer verteidigt die AfD ihren Sieben-Punkte-Vorsprung auf die Union, deren Kanzler höchst unbeliebt ist.

Die Bundesregierung ist im Gespräch. Und das ist keine gute Nachricht, denn normalerweise arbeiten Regierungen am besten geräuschlos. Im Themenradar des RTL/ntv-Trendbarometers allerdings steht die schwarz-rote Koalition ganz oben. 39 Prozent der Menschen in dieser repräsentativen Umfrage nennen die Regierung als derzeit wichtigstes Thema. Mit Abstand folgen Umwelt und Klima (22 Prozent), die ökonomische Lage (20 Prozent), der Krieg in der Ukraine, die Rentendiskussion (je 18 Prozent) sowie eine Handvoll kleinere Themen, zum Beispiel die Lage in Nahost und in den USA sowie der Drohnen-Vorfall in Leipzig. Mehrfachnennungen sind hier möglich.

CDU/CSU und SPD stehen unter verstärkter Beobachtung, weil es nicht rund läuft, trotz Reformpaketen und Regierungsumbildung. Während der Kanzler im Urlaub ist, wird darüber diskutiert, ob er nach den Landtagswahlen im Osten abgelöst werden könnte. Und auch die SPD-Spitze muss sich einer unzufriedenen Basis stellen.

Diese Zahl ist ein Alarmzeichen: Gerade mal 12 Prozent der Bundesbürger haben den Eindruck, dass sich die Parteien in Deutschland in ausreichendem Maße um die wirklichen Probleme und Interessen der Menschen im Land kümmern. 84 Prozent verneinen diese Frage. Dabei ist die Stimmung in Ost und West ähnlich: Eine große Mehrheit von 86 beziehungsweise 84 Prozent werfen den Parteien vor, die wirklichen Probleme und Interessen der Menschen zu vernachlässigen.

AfD hält den Abstand zur Union

Während von den Anhängern der Linken und der AfD fast alle (96 beziehungsweise 98 Prozent) diese Meinung teilen, sind es bei den Anhängern der Regierungsparteien Union und SPD immer noch je 72 Prozent. Bei den Grünen-Wählern sprechen 71 Prozent davon, dass die wirklichen Probleme und Interessen der Menschen keine Beachtung der Parteien finden würden.

Diese Meinung betrifft aber nicht nur die Koalition, sondern alle Parteien: Von denen, die die Probleme der Bürger durch die Parteien grundsätzlich vernachlässigt sehen, halten 29 Prozent die AfD für die Partei, die sich am wenigsten um die Probleme und Interessen der Menschen kümmere. 25 Prozent sagen das von der Union und 11 Prozent von der SPD. 10 Prozent nennen bei dieser Frage die Grünen und jeweils 4 Prozent FDP oder Linkspartei. Während im Westen 31 Prozent meinen, die AfD kümmere sich am wenigsten um die Probleme und Interessen der Bürger im Land, sagen dies im Osten mit 19 Prozent deutlich weniger - hier wird die Union mit 25 Prozent am häufigsten genannt. 

Im RTL/ntv-Trendbarometer kommt die Union nicht aus dem Tief, sie liegt wie in der Vorwoche auf dem Tiefstwert von 21 Prozent. Die SPD verharrt nun schon seit dem Frühjahr bei 12 Prozent, das ist ebenfalls ein Negativrekord. Zusammen kommt die Regierung damit auf gerade mal 33 Prozent.

Die AfD bleibt mit weiterhin 28 Prozent stärkste Partei und hält die Union auf Abstand. Auch die Grünen bleiben stark, sie halten sich die dritte Woche in Folge bei 16 Prozent. Die Linke ist mit 12 Prozent wie in der Vorwoche gleichauf mit den Sozialdemokraten. Die FDP steht seit April bei 4 Prozent, scheitert damit an der Fünf-Prozent-Hürde. Das BSW wird nicht einzeln aufgeführt, es gehört zu den 7 Prozent der sonstigen Parteien.

Merz verliert weiter an Zustimmung

Bundeskanzler Friedrich Merz trifft es derweil hart: Die Zufriedenheit mit seiner Arbeit sinkt auf einen neuen Tiefstwert von 13 Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Unverändert 85 Prozent sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Das gilt durchweg für eine Mehrheit aller Parteianhänger: Selbst Union-Wähler sind zu 54 Prozent unzufrieden, beim Koalitionspartner SPD sind es 83 Prozent. Bei den Anhängern der Opposition liegt der Wert bei 92 (Grüne) beziehungsweise 98 Prozent (Linke, AfD).

CDU und CSU trauen auch immer weniger Menschen zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. Wie in der Vorwoche sagen dies nur noch 12 Prozent. 13 Prozent trauen der AfD politische Kompetenz zu, sie gibt damit einen Punkt ab. Über die SPD sagen das 5 Prozent (plus ein Punkt), über Grüne und Linke unverändert jeweils 6 Prozent. 3 Prozent sagen das von den sonstigen Parteien (plus ein Punkt). Die große Mehrheit von 55 Prozent (minus ein Punkt) traut keiner Partei politische Kompetenz zu.

Einen ganz kleinen Hoffnungsschimmer gibt es bei den Wirtschaftserwartungen der Deutschen. 12 Prozent sagen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im Land in den kommenden Jahren verbessern würden, das ist ein Punkt mehr als der Tiefstwert vor einer Woche. Eine große Mehrheit von 70 Prozent hat dagegen negative Wirtschaftserwartungen - ein Rückgang um drei Punkte. 17 Prozent (plus ein Punkt) erwarten unveränderte wirtschaftliche Verhältnisse.

Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 4. und 10. August erhoben. Datenbasis: 2503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Zur politischen Kompetenz wurden 1007 Menschen befragt. Zur Frage, ob sich die Parteien ausreichend um die Probleme und Interessen der Bürger kümmern wurden zwischen 7. und 10. August 1005 Menschen befragt, die Fehlertoleranz liegt hier bei 3 Prozentpunkten.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, mli/lst/mmo

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