Politik

Linken-Vize im "ntv Frühstart" Renner wirft BaWü-Polizei Rassismus vor

Um die Hintergründe der Stuttgarter Krawallnacht aufzuklären, wolle die Polizei "Stammbaumrecherche" betreiben, heißt es in Medienberichten. Linken Vize-Chefin wirft der Behörde im "ntv Frühstart" Rassismus vor.

Die stellvertretende Parteichefin der Linke, Martina Renner, hat das Vorgehen der Polizei in Stuttgart scharf kritisiert. "Bei jugendlichen Straftätern schaut man nach dem familiären Umfeld, zu Vorstrafen, zur Situation in der Schule", so Renner im "ntv Frühstart". Aber Abfragen bei Standesämtern zum Herkunftsland der Eltern oder Großeltern, das sei diskriminierend.

Martina Renner spricht von einem fatalen Signal in einer Situation, "wo wir angefangen haben, in der Gesellschaft über Rassismus zu reden". Auf die Frage, ob sie das Vorgehen der Stuttgarter Polizei als rassistisch bezeichnen würde, sagt Renner im Frühstart: "Ja, das würde ich an dieser Stelle ganz deutlich sagen!" Den Fokus auf die Herkunft der Eltern zu legen, bedeute, Kriminalität zu ethnisieren, so Renner. "Also zu sagen, es gibt so etwas wie Gene oder Herkunft, die etwas über Kriminalität aussagen."

Bei den Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht hatte die Polizei angekündigt, auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund zu beleuchten. Die Ausschreitungen in der Nacht zum 21. Juni hätten ein bisher ungekanntes Aggressions- und Gewaltpotenzial offenbart, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Da gehöre es selbstverständlich zur Aufarbeitung dazu, herauszufinden, mit wem man es zu tun habe und das Umfeld der Verdächtigen und in unklaren Fällen auch einen möglichen Migrationshintergrund zu ermitteln.

Einen Bericht von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten", die Polizei wolle Stammbaumforschung betreiben, wies der Sprecher zurück. "Aber wir betreiben natürlich keine Ahnen- oder Stammbaumforschung", sagte er. Ein Sprecher der Stadt schrieb am Sonntag bei Twitter, der Begriff gehöre nicht zum Wortschatz der Stadt beziehungsweise der Polizei.

Quelle: ntv.de, nsc

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