Politik

Youtuber meldet sich zurück Rezo knöpft sich Bundesministerium vor

b1cc0c7fc8f4eee67adbdf2c3ce5c3c5.jpg

Vertritt nicht nur auf Youtube seine Meinung: Rezo.

(Foto: dpa)

Mit einem Youtube-Video verpasst Rezo den Volksparteien kurz vor der Europawahl einen Denkzettel. Die Reaktion der Christdemokraten kommt eher tollpatschig daher. Nun knöpft sich der Youtuber ein CDU-geführtes Ministerium vor und zeigt: Videos sind nicht die Stärke der Union.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will mit ihrer sogenannten Reduktions- und Innovationsstrategie Zucker, Salz und Fette in Produkten der Lebensmittelindustrie deutlich reduzieren. Ein Video auf Twitter soll zeigen, dass Lebensmittelriese Nestlé sich nun der Initiative anschließt. Für den Youtuber Rezo fällt die Reaktion auf die Kooperation des Konzerns mit dem von der CDU-Politikerin geführten Bundesministeriums etwas zu euphorisch aus.

*Datenschutz

"Fun Fact: Hätte ich exakt diesen Tweet mit genau so einem Video gepostet, hätte ich es als #Werbung kennzeichnen müssen", schrieb Rezo auf Twitter unter das Video. Der Grund: Im Tweet des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist neben Julia Klöckners Account auch der von Nestlé verlinkt. Zusammen mit dem Video, in dem Klöckner mit dem Vorstandsvorsitzenden von Nestlé Deutschland, Marc-Aurel Boersch, spricht, kommt das Rezo wie Werbung vor.

Influencer und Youtuber müssen Postings und Tweets bei Kooperationen mit Unternehmen stets als "Werbung" oder "Anzeige" kennzeichnen. Laut Landesmedienanstalt kann eine werbliche Absicht bereits unterstellt werden, wenn das Produkt oder die Dienstleistung so vorgestellt und angepriesen wird, dass der Eindruck entsteht, damit Absatz und Verkauf fördern zu wollen.

Das Bundesministerium antwortete auch auf Rezos Tweet und zeigte Einsicht: "Wir verstehen den Punkt. Und gleichzeitig werben wir dafür, dass es vorangeht mit gesünderen Lebensmitteln - weniger Zucker, Fette, Salz. Dabei sehen wir gerade auch die ganz Großen in der Verantwortung!"

Die ganz Großen haben bei vielen Twitter-Nutzern aber keinen guten Stand. In Antworten auf den Rezo-Tweet erheben viele Nutzer schwere Vorwürfe gegen Nestlé. "Wo doch der globale Konzern die Wasserrechte aufkauft und die Einwohner für billigen Lohn Wasser in Plastikflaschen produzieren. Wie tief ist die @CDU gesunken mit so einem Unternehmen zu arbeiten?", fragt einer der Nutzer.

Rezo hatte CDU und CSU, aber auch SPD und AfD in dem Video "Die Zerstörung der CDU" auf verschiedenen Politikfeldern angegriffen und damit große Resonanz ausgelöst.

Quelle: n-tv.de, mba

Mehr zum Thema