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Erfolg für Al-Kaida-Rivalen Rund 60 Deutsche starben bei IS-Kämpfen

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Der frühere Berliner Rapper Denis Cuspert ist wohl der bekannteste deutsche IS-Terrorist.

(Foto: dpa)

Immer mehr Deutsche schließen sich dem IS an. 60 von ihnen sind bereits gefallen. Eine große Gefahr sind auch die Rückkehrer. Weil der Verfassungsschutz sie nicht ausreichend überwachen kann, wächst die Gefahr vor Anschlägen in Deutschland stetig.

Mindestens 60 Deutsche sind nach Angaben des Verfassungsschutzes bislang bei Kämpfen auf der Seite der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefallen, unter ihnen seien mindestens neun Selbstmordattentäter. Insgesamt hätten sich 550 Menschen aus Deutschland in das Kampfgebiet in Syrien und im Irak aufgemacht, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der "Welt am Sonntag". "Das ist ein trauriger Erfolg für die islamistische Propaganda", sagte Maaßen.

Unter den islamistischen Terrororganisationen sei aber inzwischen eine Art Konkurrenzsituation entstanden, erklärt Maaßen. Der IS mache vor allem Al-Kaida die ausländischen Kämpfer streitig, denn die fühlten sich vom "Erfolgsmodell" IS mehr angezogen. Grund dafür sei auch das brutale Vorgehen der Organisation und deren Projekt zur Gründung eines offiziellen Kalifates.

Nach Angaben von Maaßen geht der Verfassungsschutz davon aus, dass bislang rund 180 Menschen aus den Kampfgebieten nach Deutschland zurückgekehrt sind. Seine Behörde verfüge nicht über die Kapazitäten, um alle Rückkehrer zu überwachen: "Mit Blick auf unsere endlichen Ressourcen und der Tatsache, dass wir diese Menschen nicht rund um die Uhr bewachen können, müssen wir mit Augenmaß vorgehen", sagte der Verfassungsschutzpräsident.

Zu der Gefahr von Anschlägen durch Islamisten in Deutschland sagte Maaßen: "Die Situation ist besorgniserregend, aber wir müssen keine Angst haben. Wir sollten uns darauf einstellen, dass Anschläge auch bei uns passieren können." Besonderes Augenmerk wirft der Verfassungsschutz laut Maaßen auf die Kommunikation von IS-Anhängern in digitalen sozialen Netzwerken. Deutsche Sicherheitsbehörden stünden deshalb mit Bezug auf Löschungen von Postings in einem engen Kontakt zu den nationalen und internationalen Betreibern der Plattformen. Ziel sei es, "dass diese Kommunikation so gut es geht eingeschränkt wird", sagte Maaßen.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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