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Große Pläne am Stützpunkt Tartus Russland richtet sich in Syrien ein

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Verstärkung für das russische Kontingent: Die Raketenkorvette "Mirasch" auf dem Weg ins Mittelmeer.

(Foto: REUTERS)

Das Signal ist deutlich: Das russische Militär stellt sich auf einen länger andauernden Einsatz im östlichen Mittelmeerraum ein. Moskau will seine Basis in Syrien zu einem "dauerhaften Marinestützpunkt" ausbauen.

Russland stärkt demonstrativ seine Militärpräsenz in Syrien und baut den Marinestützpunkt Tartus in dem Bürgerkriegsland aus. Tartus liegt an der syrischen Mittelmeerküste und wird dort bislang vor allem für Nachschublieferungen für das russische Einsatzkontingent in Syrien genutzt. Im Hafenbereich der Küstenstadt liegt der einzige Militärstützpunkt aus Sowjetzeiten außerhalb des Staatsgebiets der früheren UDSSR.

Die bereits vorhandenen Einrichtungen in Tartus sollten zu einem "dauerhaften Marinestützpunkt" ausgebaut werden, sagte Vize-Verteidigungsminister Nikolai Pankow im Auswärtigen Ausschuss des russischen Parlaments.

Anlaufhafen für Russlands Marine

Tartus wird von den Russen seit 1977 betrieben und ist der einzige Stützpunkt der Atommacht an der Mittelmeerküste. Daneben verfügt Moskau seit August 2015 über einen Luftwaffenstützpunkt in Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia. Die Basis grenzt unmittelbar an den Verkehrsflughafen "Märtyrer Basil Al-Assad" an. Dort sind russische Kampfjets, Soldaten und Hubschrauber stationiert.

Tartus liegt rund 70 Kilometer südlich der Küstenstadt Latakia. Bis zur russischen Luftwaffenbasis südöstlich von Latakia sind von Tartus mit dem Auto gut 50 Minuten. Der Bereich des Marinestützpunkts liegt nördlich der zivil genutzten Hafenanlagen. Ob die Marinebasis deutlich erweitert oder nur in ihrem bisher Umfang langfristig weitergenutzt werden soll, ist noch unklar.

Nachschub für Assad

Russland fliegt als Partner des Regimes in Damaskus seit über einem Jahr Angriffe auf Ziele in Syrien. Beobachter gehen davon aus, dass das russische Militär die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad auch mit Beratern, Ausbildern und Logistikexperten am Boden unterstützt. Die syrischen Regierungstruppen führen derzeit mit russischer Hilfe eine Offensive auf die umkämpfte Stadt Aleppo, um die Hochburg der Aufständischen vollständig zurückzuerobern.

Die Ausweitung der militärischen Präsenz Russlands in Syrien dürfte die Spannungen in der Region verschärfen. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund des Streits mit den USA über das Vorgehen im Syrien-Konflikt. Russland legte am Wochenende im UN-Sicherheitsrat sein Veto gegen einen Resolutionsentwurf ein, mit dem die Luftangriffe der syrischen und russischen Luftwaffe auf Rebellen in Aleppo untersagt werden sollten.

Starke Luftabwehr

Im Luftraum über Syrien verfügt das russische Militär über eine beherrschende Stellung: Im November 2015 stationierte das russische Militär bei Latakia Luftabwehrsysteme vom Typ S-400. Das hochmoderne Waffensystem bedroht mit seiner enormen Reichweite Flugbewegungen in der gesamten Region. In der vergangenen Woche teilten russische Stellen mit, dass auf der Marinebasis Tartus Luftabwehrraketen vom Typ S-300 stationiert wurde. Derzeit sind in Syrien rund 4300 russische Soldaten im Einsatz.

Vize-Verteidigungsminister Pankow nannte keinen Zeitplan zur Umwandlung des Stützpunktes in Tartus in einen dauerhaften Marinestützpunkt. Das Parlament in Moskau ratifizierte Ende vergangener Woche ein Abkommen, in dem mit Syrien die "zeitlich unbegrenzte" Stationierung der russischen Luftwaffe vereinbart wurde.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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