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In der Arktis gibt es große Öl- und Gasvorkommen.
In der Arktis gibt es große Öl- und Gasvorkommen.(Foto: dpa)
Freitag, 17. November 2017

USA erhöhen Verteidigungsetat: Russland rüstet in der Arktis auf

Die Nato macht sich Sorgen: Russland rüstet seine Truppen in der Arktis auf und errichtet dort sogar ein militärisches Hauptquartier. Derweil beschließen die USA eine massive Erhöhung ihres Verteidigungsetats.

Russland hat laut Nato in den vergangenen Jahren in der Arktis deutlich aufgerüstet. Moskau habe "seine militärische Präsenz in der Arktis in den vergangenen Jahren verstärkt", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg der "Welt".

Dazu gehörten etwa die Wiedereröffnung von Militärstützpunkten aus der Sowjetzeit, die Stationierung von neuen Waffensystemen und Radaranlagen, aber auch die Inbetriebnahme einer neuen Eisbrecher-Flotte. "Russland hat auch ein militärisches Hauptquartier für die Arktis eingerichtet", sagte der Nato-Generalsekretär. Teile des russischen Militärmanövers "Sapad 2017" im September hätten ebenfalls im hohen Norden stattgefunden. In der Region gibt es große Öl- und Gasvorkommen, außerdem könnte Russland sie für seine Raketenabwehr nutzen.

"Die Alliierten beobachten den Truppenaufbau Russlands in der Arktis sehr genau", sagte Stoltenberg. Das Bündnis vertraue darauf, dass die arktischen Anrainerstaaten, darunter neben Russland auch die USA, Kanada und Norwegen, ihre Differenzen und territorialen Streitigkeiten durch Dialog und Diplomatie lösten.

USA steigern Rüstungsausgaben um 15 Prozent

Das größte Nato-Mitglied hat derweil seinen neuen Verteidigungsetat verabschiedet. Der US-Kongress hebt diesen deutlich auf 700 Milliarden Dollar (586 Milliarden Euro) an. Der Senat billigte am Donnerstag einstimmig und abschließend ein entsprechendes Gesetz, das am Dienstag das Repräsentantenhaus passiert hatte.

Das Gesetz muss nun noch von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden, dessen Forderungen nach einer deutlichen Aufstockung von den Kongressabgeordneten noch übertroffen wurden. Die Rüstungsausgaben liegen nunmehr um rund 15 Prozent höher als im Haushaltsjahr 2016 unter Präsident Barack Obama und um 26 Milliarden Dollar (fast vier Prozent) höher, als von Trump gefordert.

Mit dem Etat soll unter anderem die Anschaffung von neuen F-35-Kampfjets, Schiffen und Panzern finanziert werden. Bewilligt wurden auch deutlich höhere Ausgaben für die Raketenabwehr, von derzeit 8,2 Milliarden auf 12,3 Milliarden Dollar. Die Entscheidung fiel unter dem Eindruck der Atomwaffen- und Raketentests Nordkoreas.

Quelle: n-tv.de