Politik

Acht Stunden "humanitäre Pause" Russland verkündet Waffenruhe für Aleppo

cc9200d59cfa4de8cade21933aea41c3.jpg

Für die Menschen in den belagerten Gebieten ist die Ankündigung zumindest eine kleine Verschnaufpause.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren wird in der einstigen syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo gekämpft. Nach einer gescheiterten Waffenruhe nahmen die Luftangriffe zuletzt wieder zu. Russland gewährt den eingeschlossenen Rebellen nun zumindest eine kurze Pause.

Die Streitkräfte Syriens und Russlands werden einem Agenturbericht zufolge am Donnerstag ihre Angriffe auf die Großstadt Aleppo vorübergehend einstellen. Es handele sich um eine "humanitäre Pause", berichtete Interfax unter Berufung auf die russische Armee. Sie gelte für Luftangriffe und Einsätze mit anderen Waffen.

Demnach soll das Feuer für acht Stunden eingestellt werden. Die Aufständischen könnten den Osten der Stadt über zwei Korridore verlassen. Die Rebellen seien aufgerufen, die entsprechenden Verbindungen, die zu den Routen führten, von Minen zu räumen.

Eine längere Feuerpause lehnte Russland ab. Dies sei nicht sinnvoll, weil sonst die Gruppe Dschabhat al-Nusra nur eine Atempause bekommen würde und sich neu aufstellen könnte, sagte Generalleutnant Sergej Rudskoi. Die islamistische Gruppe stand früher der Al-Kaida nahe und sagte sich in diesem Jahr von dem Extremistennetz los.

Die russischen und syrischen Streitkräfte bombardieren seit Wochen die Rebellen in Aleppo. Vor allem der Westen wirft den Regierungen in Moskau und Damaskus vor, dabei auch viele zivile Opfer in Kauf zu nehmen und droht mittlerweile mit Sanktionen gegen beide Länder. Russland und Syrien weisen die Anschuldigungen zurück.

Kinder sollen unter Opfern sein

Derweil wurden nach Angaben von Aktivisten bei Luftangriffen auf Rebellengebiete im Norden Syriens 35 Zivilisten getötet. Demnach starben mindestens 23 Menschen, als Kampfjets den Ort Uweidschil westlich Aleppos bombardierten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Aktivsten aus der Region machten russische Jets für den Angriff verantwortlich. Dafür gab es keine unabhängige Bestätigung.

Im Ostteil Aleppos, der von Rebellen gehalten wird, starben als Folge von Luftangriffen zugleich mindestens zwölf Zivilisten. Unter den Todesopfern seien mindestens fünf Kinder, teilten die Menschenrechtler sowie Helfer mit. Die Angriffe seien von syrischen Truppen mit russischer Unterstützung geflogen worden, hieß es. Die syrischen Weißhelme sprachen von 14 Toten, 8 von ihnen Kinder. Ein Sprecher der Hilfsorganisation, die in der umkämpften Stadt nach Angriffen Überlebende sucht, sagte, es seien besonders schwere Bomben eingesetzt worden. "Wir nennen sie Erdbeben, weil sie so viel Krach machen und so große Schäden anrichten", fügte Sprecher Ibrahim al-Hadsch an.

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa