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US-Waffen für syrische Rebellen Russlands Eingreifen löst Wettrüsten aus

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Seit russische Jets die Aufständischen bombardieren, kommen auch mehr Waffenlieferungen aus dem Westen.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die USA reagieren auf Russlands Angriffe in Syrien, indem sie die oppositionellen Gruppen vor Ort massiv aufrüsten. Aufständische und Regierungstruppen fühlen sich gestärkt, die Kämpfe nehmen an Intensität zu. Nur der IS hat kaum etwas zu befürchten.

Seit Russland mit massiven Luftangriffen in den syrischen Bürgerkrieg eingreift, sind die regierungstreuen Truppen in einigen Landesteilen wieder auf dem Vormarsch. Die von den USA und ihren Verbündeten unterstützten Rebellen hat dies allerdings keineswegs in Verzweiflung gestürzt. Im Gegenteil: Wie die "New York Times" berichtet, zeigen sich einige der zur aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) gehörenden Einheiten so siegesgewiss wie seit Langem nicht mehr. Der Grund: Seit Beginn der russischen Angriffe erhielten sie so viele moderne US-Waffen wie noch nie. 

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(Foto: Christoph Herwartz / n-tv.de)

Die US-Zeitung zitiert den Kommandeur der FSA-Division 13: "Wir bekommen in kurzer Zeit das, worum wir bitten." Die Division 13 wird von der CIA über den Umweg US-amerikanischer Alliierter in der Region unterstützt. Doch nun bekommen sie offenbar deutlich mehr Material. Im Internet veröffentlichte Rebellen-Videos belegen, dass die Aufständischen die Zahl ihrer Angriffe auf Armeefahrzeuge vor allem im Westen Syriens, wo Russland einen Großteil seiner Luftschläge durchführte, in den vergangenen Wochen deutlich erhöht haben.

So hätten seine Leute in nur zwei Tagen mit neuen US-Panzerabwehrraketen sieben aus Russland stammende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge der Regierungstruppen zerstören können, sagte der Division-13-Chef Ahmad al-Saud. Die schlagkräftigen TOW-Raketen aus den USA könnten auch die Rolle der säkularen FSA innerhalb der von islamistischen Gruppen dominierten Opposition in Syrien aufwerten, so die "New York Times".

Gleichzeitig ist mit der russischen Schützenhilfe und den Geländegewinnen allerdings auch die Moral der Gegenseite gestiegen. Sowohl die Bewaffnung als auch die Einstellung der Kämpfer befinde sich auf einem "neuen Niveau", sagte ein Vertreter der Allianz aus Regierungstruppen, libanesischer Hisbollah sowie Iran und Russland der US-Zeitung. Man sei von der Verteidigung wieder in die Offensive gegangen. Die Rückeroberung von Gebieten, die schon verloren gegeben waren, sei nun wieder in den Bereich des Möglichen gerückt.

Neben der syrischen Opposition und den Regierungstruppen hatten auch die kurdischen Verbände zuletzt mehr Unterstützung aus den USA erhalten.

Sowohl die USA und ihre regionalen Verbündeten am Golf als auch Russland begründen ihre Unterstützung für die syrischen Bürgerkriegsparteien hauptsächlich mit dem Kampf gegen die Terroristen des Islamischen Staates. Der "New York Times"-Bericht legt jedoch nahe, dass durch das Eingreifen von außen vor allem die Kämpfe im Westen des Landes zwischen dem Regime und den vom Westen unterstützen Rebellen angeheizt wird. Die vom IS gehaltenen Gebiete im Osten Syriens scheinen bislang nur wenig davon betroffen zu sein.

Quelle: n-tv.de, mbo

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