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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern SPD gewinnt Wahl im Nordosten - AfD hängt CDU ab

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Erwin Sellering könnte seine Koalition mit der CDU fortführen.

(Foto: imago/Fotoagentur Nordlicht)

Ministerpräsident Erwin Sellering kann als Regierungschef von Mecklenburg-Vorpommern weitermachen. Mit wem er regiert, hält sich der SPD-Politiker offen. Der bisherige Koalitionspartner ist geschwächt: Die AfD zieht als zweitstärkste Kraft an der CDU vorbei.

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Die SPD geht als Sieger aus der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hervor. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhalten die Sozialdemokraten 30,6 Prozent der Stimmen. Dies bedeutet einen Verlust im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2011. Damals kam die SPD auf 35,6 Prozent.

Klarer Gewinner der Wahl für das Schweriner Parlament ist auch die AfD. Aus dem Stand kommt die Partei auf 20,8 Prozent. Die AfD ist damit zweitstärkste Kraft im Landtag, es ist das zweitbeste Ergebnis der AfD bei Landtagswahlen. Bitter ist das Ergebnis für die CDU. Sie rutscht auf rund 19,0 Prozent ab und verliert damit um etwa vier Prozentpunkte.

Die Linkspartei verliert im Vergleich zu 2011 kräftig. Sie kommt nur noch auf 13,2 Prozent – 2011 waren es noch 18,4 Prozent. Bitter ist die Situation für Bündnis 90/Die Grünen. Sie verpasst mit 4,8 Prozent den Einzug in den Landtag. Ebenfalls nicht im Parlament vertreten sind NPD und FDP. Die NPD verliert die Landtagszugehörigkeit mit rund 3 Prozent. Die FDP bleibt mit ebenfalls 3 Prozent wieder draußen. Die Wahlbeteiligung stieg auf 61,6 Prozent.

Sellering hält sich alles offen

Damit entsendet die SPD 24 Abgeordnete ins Schweriner Schloss. Die CDU erringt 16 Mandate. Beide könnten damit die Koalition fortsetzen. Die AfD ist mit 18 Abgeordneten vertreten. Die Linke kommt auf 11 Abgeordnete. Damit wäre - wenn auch knapp - ein rot-rotes Bündnis möglich.

Ministerpräsident Erwin Sellering hielt es sich nach Bekanntwerden der Hochrechnungen offen, ob die SPD die Regierung mit der CDU fortsetzen wird. Der ARD sagte er, er habe keine Präferenz und wolle auch mit Linken und Grünen reden.

Kritik an Merkels Flüchtlingskurs

Sellering forderte Kanzlerin Angela Merkel als Reaktion auf das starke Abschneiden der AfD auf, ihre Flüchtlingspolitik zu ändern. "Ich meine in der Tat, dass die Kanzlerin umsteuern muss und nicht einfach sagt 'ich bleibe dabei: wir schaffen das'." Merkel könne nicht so tun, als ob das alles ganz einfach sei. "Die Menschen haben große Sorgen, und darauf muss man eingehen."

Auch sein bisheriger Koalitionspartner, Landesinnenminister und CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier, mahnte einen Wechsel an: Er habe Merkel gesagt, es gebe bei den Menschen eine große Verunsicherung, sagte er im ZDF: "Darauf muss der Bund reagieren. Er ist zunächst ersteinmal für die Frage der Flüchtlingsaufnahme zuständig."

Caffier räumte ein, die Wahlziele nicht erreicht zu haben. Caffier sagte, es gebe aber weiterhin die Möglichkeit, im Land mit zwei Fraktionen weiterzuregieren. Spekulationen über einen Rücktritt von der Parteispitze wies Caffier zurück: "Ich werde gemeinsam mit der Mannschaft weiterkämpfen", sagte er.

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm sieht das starke Ergebnis seiner Partei als Quittung für Kanzlerin Merkel: "Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels." Holm sagte weiter: "Von null auf über 20 Prozent, das ist ein stolzes Ergebnis, das wir uns vor einiger Zeit noch nicht hätten erträumen können."

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Quelle: n-tv.de, jog/jwu/dpa