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Sanaa appelliert an Sicherheitsrat Saudi-Arabien bietet Jemen Waffenruhe an

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Die Feuerpause soll die Versorgung der notleidenden Bevölkerung ermöglichen.

AP

Vor allem die Zivilbevölkerung im Jemen leidet unter den Luftangriffen Saudi-Arabiens - daher will Riad die Bombardements nun fünf Tage aussetzen. Die Waffenruhe ist jedoch an Bedingungen geknüpft.

Sechs Wochen nach Beginn der Luftangriffe gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen hat Saudi-Arabien eine fünftägige humanitäre Waffenruhe angeboten. Die Umsetzung der Offerte hänge aber davon ab, dass sich auch "die Huthis in vollem Umfang daran halten", sagte der saudische Außenminister Adel al-Dschubair auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem amerikanischen Amtskollegen John Kerry in Riad. Die Feuerpause soll den Transport von Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung ermöglichen.

"Die Waffenruhe wird bald in Kraft treten, aber die Einzelheiten müssen noch besprochen werden", sagte Kerry ohne ein Datum zu nennen. Er forderte die Huthis und ihre Unterstützer auf, sich der Initiative anzuschließen. "Sie sollten diese Gelegenheit, den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, nicht verstreichen lassen", fügte er hinzu. Reaktionen der Aufständischen lagen zunächst nicht vor.

Derweil hat die jemenitische Regierung angesichts der eskalierenden Gewalt die internationale Gemeinschaft um den Einsatz von Bodentruppen gebeten. Dies sei nötig, "um den Jemen zu retten", hieß es in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat. Kerry sagte dagegen, "weder Saudi-Arabien noch die USA" dächten an einen derartigen Einsatz. Er unterstützte Riads Vorschlag einer humanitären Feuerpause.

"Extrem besorgt"

Jemens UN-Vertretung forderte in einem Brief an die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen mit Bodentruppen auf, "um den Jemen zu retten, besonders Aden und Tais". Die schiitischen Huthi-Rebellen nähmen "alles ins Visier, was sich in der Stadt Aden bewegt". Die jemenitische Regierung werde daher keine Mühen scheuen, um die Verantwortlichen wegen Kriegsverbrechen vor internationale Gerichte zu bringen.

Auch Human Rights Watch beschuldigte die Huthi, "möglicherweise Kriegsverbrechen" zu verüben. Die Menschenrechtsorganisation teilte mit, die schiitischen Rebellen hätten in Aden zwei Frauen erschossen und zehn örtliche Mitarbeiter bis zu zwei Wochen unrechtmäßig inhaftiert.

Angesichts der humanitären Lage im Jemen drückte Kerry seine "extreme Besorgnis" aus. Die UNO, das Internationale Rote Kreuz und Menschenrechtsorganisationen bezeichneten die Lage von Millionen Zivilisten in dem Konflikt als "katastrophal". Durch Treibstoffknappheit könnten beispielsweise Krankenhäuser ihren Betrieb nicht aufrecht erhalten und Hilfslieferungen nicht zugestellt werden. Der Iranische Rote Halbmond kündigte die Entsendung eines Schiffes mit 2500 Tonnen Hilfsgütern in Richtung Jemen an.

Im Jemen liefern sich Huthi-Rebellen und verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien steht an der Spitze einer von den USA unterstützten arabischen Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthis fliegt. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach UN-Angaben über 1200 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP/dpa

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