Politik

"Behörden im Feldzug des Todes" Saudi-Arabien richtet über 100 Gefangene hin

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Bangladeshische Menschenrechtsaktivisten simulieren aus Protest eine Exekutionsszene aus Saudi-Arabien.

(Foto: REUTERS)

In diesem Jahr hat die saudische Justiz bereits mehr als 100 Menschen hingerichtet - schon jetzt mehr als im gesamten letzten Jahr. Human Rights Watch spricht von einem "Feldzug des Todes".

Saudi-Arabien hat nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) seit Jahresbeginn bereits 100 Menschen hingerichtet, zwölf mehr als im gesamten Vorjahr. Knapp die Hälfte der Fälle, nämlich 47, betreffe Drogendelikte ohne Gewalt, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. 

"Saudische Behörden befinden sich in diesem Jahr auf einem Feldzug des Todes, bei dem sie mehr Menschen innerhalb von sechs Monaten hingerichtet haben, als insgesamt im vergangenen Jahr", sagte die für Nahost und Nordafrika zuständige Direktorin bei HRW, Sarah Leah Whitson. "Es ist schlimm genug, dass Saudi-Arabien so viele Menschen hinrichtet, aber die Exekution von Personen im Zusammenhang mit nicht-gewalttätigen Drogenvergehen zeigt, wie frevelhaft diese Hinrichtungen sind."

Die saudische Justiz kennt kein Strafgesetzbuch. Damit liegt es in der Hand der Richter, zu entscheiden, in welchen Fällen eine Straftat vorliegt und wie diese zu bestrafen ist. Wie Human Richts Watch berichtet, sei es üblich, Verdächtige nicht über die Vorwürfe gegen sie aufzuklären und keinen Zugang zu Beweismitteln zu gewähren. Anwälten wird grundsätzlich nicht erlaubt, während Befragungen bei ihren Mandanten zu sein.

Nur im Iran wurden in diesem Jahr noch mehr Menschen hingerichtet. In der islamischen Republik wurden 2015 bisher mehr als 340 Gefangene exekutiert.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa

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