Politik

Offene Führungsfrage bei der SPD Schulz will nicht gegen Nahles antreten

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Andrea Nahles (l.) stellt der SPD eine Art Vertrauensfrage: Martin Schulz hält sich bedeckt.

(Foto: imago images / photothek)

Wer führt die SPD zurück zu alter Stärke? Kurz vor der Abstimmung an der Fraktionsspitze steht Parteichefin Nahles noch immer ohne Gegenkandidaten da. Ihr Vorgänger erklärt auf Nachfrage, warum er vorerst nicht antreten will.

Der frühere SPD-Chef Martin Schulz hat persönliche Gründe für seinen Verzicht auf eine Kandidatur für den Fraktionsvorsitz am kommenden Dienstag angegeben. Diese wolle er aber nicht näher ausführen, sagte Schulz der "Welt am Sonntag".

Auf die Frage, ob er ausschließe, zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten, sagte der frühere Kanzlerkandidat lediglich: "In einem Brief habe ich den Abgeordneten unserer Fraktion geschrieben, dass ich zur Wahl am Dienstag nicht antrete, dass dies seit zwei Wochen zwischen mir und Andrea Nahles klar war, und, dass ich sie selbstverständlich informieren würde, sollte ich gegen sie antreten wollen."

Vorgänger im Amt als SPD-Chef

Bei der SPD hat die Schlappe bei der Europawahl eine Debatte über die Zukunft von Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles ausgelöst. Am Dienstag könnte es zum Showdown kommen. Dann will sich Nahles in der Bundestagsfraktion vorzeitig zur Wahl stellen. Bisher gibt es keinen Gegenkandidaten. Sollte Nahles scheitern, könnte sie auch als Parteichefin stürzen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Schulz in einer Mail an die SPD-Abgeordneten angekündigt hatte, auf eine Kandidatur zu verzichten. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, denen zufolge Schulz selbst den Fraktionsvorsitz anstreben könnte.

Schulz war auf einem Parteitag im März 2017 einstimmig ins Amt an der SPD-Spitze gewählt worden. Weniger als ein Jahr später gab er den Posten nach innerparteilichen Querelen wieder auf.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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