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Studie zu Gipfel-Versprechen Sind die G7 ohne Russland effizienter?

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Wladimir Putin hält seine Versprechen nicht immer.

(Foto: REUTERS)

Auf G7- und G8-Gipfeln wird viel versprochen. Doch wie gut halten die Industriestaaten ihre Versprechen ein? Eine Studie gibt Antworten auf diese Frage und zeigt, dass Russland den anderen Nationen in den vergangenen Jahren oft hinterherhinkte.

G7 oder G8? Welches Format ist das bessere? Bei einem schieren Blick auf messbare Leistungsdaten heißt die Antwort vielleicht G7. Das legt eine Studie einer Forschungsgruppe der Universität Toronto nahe. Die sogenannte "G7/G8 Research Group" untersucht seit 1996, wie vollständig die Mitgliedstaaten die Versprechen, die sie auf Gipfeln abgeben, am Ende halten. Jetzt haben sie ihren neuesten Report vorgelegt.

Wie gut hielten die G7 und die EU ihre Versprechen von 2014 ein?

  • Europäische Union: 90 Prozent
  • Deutschland: 87 Prozent
  • Großbritannien: 87 Prozent
  • USA: 87 Prozent
  • Kanada: 84 Prozent
  • Frankreich: 74 Prozent
  • Japan: 70 Prozent
  • Italien: 67 Prozent
  • Durchschnitt: 80 Prozent

Die sieben großen Industriestaaten und die EU hielten demnach im Schnitt 80 Prozent ihrer wichtigsten Versprechen, die sie auf dem Gipfel 2014 in Brüssel gemacht haben. Laut den Wissenschaftlern ein "ungewöhnlich hoher Wert". Vor der Ukraine-Krise, als Russland noch mit am Verhandlungstisch saß, waren es nur 76 Prozent.

Den Autoren der Studie zufolge war dafür vielleicht einer unter mehreren Gründen, dass Moskau beim Einhalten von Versprechen in den vergangenen Jahren den anderen Industriestaaten immer wieder hinterherhinkte. In den Jahren seit 2010 hielt Moskau drei Mal die wenigsten Versprechen aller G8-Staaten ein.

Warnung vor zu schnellen Schlüssen

Die Wissenschaftler der Research Group warnten aber vor voreiligen Schlüssen wie einem permanenten Ausschluss Russlands aus der Runde. Einen kausalen Zusammenhang konnten sie bisher nicht nachweisen. Es bedürfe noch weiterer Untersuchungen.

Hinzu kommt: Das Einhalten von Gipfelversprechen ist vermutlich nicht der richtige Maßstab, um die Frage nach  G7 oder G8 zu beantworten. Die G7 arbeiten demnach zwar effizienter als die G8, weil sie keine Rücksicht auf einen Partner geben müssen, der nicht dieselben Werte teilt. Doch die Runde hat wahrscheinlich einen integrativen Effekt, der bei diesem Blick keine Berücksichtigung findet. Ein Russland in Isolation tut womöglich noch weniger, was im Sinne der G7 ist, als es das bisher getan hat.

Die G7 Research Group stützt ihre Untersuchung auf die 16 wichtigsten von 147 Versprechen, die die Industriestaaten auf ihrem Gipfel in Brüssel 2014 gegeben haben und bis zum 30. Mai 2015 eingelöst haben. Die Forschungsgruppe, die eigenen Angaben zufolge keine Fremdfinanzierung bekommt, nutzte frei zugängliche Informationen, um zu bewerten, ob Versprechen eingelöst wurden oder nicht.

Quelle: n-tv.de

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