Politik

Autos, Strafzinsen und Heizungen Söder: "Wir haben den Umweltschutz erfunden"

9c68219e53d3c5013a322ee6d7b18458.jpg

Markus Söder

(Foto: dpa)

Markus Söder sorgt immer mal wieder für Überraschungen. In einem Interview greift der CSU-Chef die Grünen massiv an und bezeichnet die CSU als "wahre Umweltpartei".

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die Kompetenz der Grünen beim Klima- und Umweltschutz in Frage gestellt. "Die Themen Umwelt- und Naturschutz haben die Grünen nicht gepachtet. Das Klima wird es auch noch geben, wenn die Grünen auf diesem Planeten längst nicht mehr aktiv sind", sagte der CSU-Parteichef in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Die CSU sei hingegen die wahre Umweltpartei, sagte Söder. "Wir haben den Umweltschutz erfunden und das erste Umweltministerium in Bayern gegründet", fügte der Ministerpräsident hinzu. "Aber wir sind in den vergangenen Jahren in der Umweltpolitik ein wenig verstaubt geworden."

Er bezeichnete die Grünen zudem als "Schönwetterpartei". "Grün wählen muss man sich leisten können", so Söder. Grünen-Chef Robert Habeck müsse erst noch den Nachweis erbringen, dass er wirtschaftliche Kompetenz besitze. Im Gegensatz zu den Grünen wolle die CSU die Bürger nicht umerziehen. "Das bedeutet: Maßnahmen wie Tempolimit, Fleischverzicht oder Flugverbot müssen in der Mottenkiste bleiben." Er stellte in dem Gespräch klar: "Wir wollen nicht einfach Ölheizungen verbieten, sondern den Einbau neuer Heizungen steuerlich fördern. Jeder soll sich eine neue Heizung leisten können."

"Mehr Technologie-Patriotismus"

Söder betonte, er könne nicht verstehen, warum es seit Jahren eine anhaltende Kritik gegenüber dem Auto gibt. "Wir sind das einzige Land der Welt, das seine wichtigste Industrie tagtäglich kaputtredet. Ich wünschte mir mehr Technologie-Patriotismus." Der CSU-Chef äußerte sich auch zu möglichen Strafzinsen für Sparer. "Wir dürfen die Negativzinsen nicht einfach achselzuckend hinnehmen", so Söder und forderte ein gesetzliches Verbot. Wenn es dafür keine politische Mehrheit gebe, dann müssten die Strafzinsen zumindest steuerlich absetzbar sein.

Markus Söder übernahm nach jahrelangem Machtkampf im März 2018 den Posten des Ministerpräsidenten Bayerns. Im Januar 2019 wurde er CSU-Parteivorsitzender. Die Frage nach einer Kanzlerkandidatur wehrte Söder mit "Mein Platz ist in Bayern" ab.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen