Politik
Markus Söder und der mahnende Zeigefinger - er will in Bayern Modernität und konservative Werte verbinden.
Markus Söder und der mahnende Zeigefinger - er will in Bayern Modernität und konservative Werte verbinden.(Foto: dpa)
Mittwoch, 27. Dezember 2017

CSU-Motto im Wahljahr 2018: Söder plant keine "Bayern first"-Politik

Spitzenkandidat Markus Söder soll der CSU in Bayern mit frischem Wind die Gunst der Wähler zurückgewinnen. Ein Motto wie es Donald Trump in USA mit "America first" ausgerufen hat, schließt der Seehofer-Nachfolger aus - auch wenn es Parallelen gibt.

Mit dem Wechsel im Ministerpräsidentenamt schlägt die CSU in Bayern einen neuen Kurs ein. Der designierte Ministerpräsident Markus Söder schließt eine Politik nach dem Motto "Bayern first" allerdings aus. Ein solcher Kurs würde bedeuten, "dass sich Bayern über alles andere stellt. Das wäre überheblich", sagte der CSU-Politiker in München.

Der Freistaat sei international gut vernetzt und wolle mit Freunden und Partnern gut auskommen. "Deswegen ist nicht 'Bayern first' mein Motto, sondern 'Das Beste für Bayern'." Parteichef Horst Seehofer hatte dieses Motto - ähnlich dem "America first"-Kurs von US-Präsident Donald Trump - für den Bundestagswahlkampf bekräftigt.

Söder kündigte eine strategische Planung bis ins Jahr 2030 an. "Ich will Modernität mit konservativen Werten verbinden. Man kann Kosmopolit sein und trotzdem Tracht tragen." Er betonte, er wolle sich zwar für das Land und die Menschen leidenschaftlich einsetzen, man könne aber nicht "Everybody's Darling" sein, wie Franz Josef Strauß schon sagte. "Es zählt zuallererst, was für das Land notwendig ist. Stil und Haltungsnoten seien wichtig, aber noch entscheidender seien Ergebnisse.

Söder auch Teil der Sondierungsgespräche mit SPD

Söder war im Dezember auf einem CSU-Parteitag zu Seehofers Nachfolger als Regierungschef gekürt worden. Im ersten Quartal 2018 soll der 50-Jährige im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden.

Auch auf Bundesebene wird Söder die CSU in den Sondierungsgesprächen Anfang Januar vertreten. Er zählt zu einer 13-köpfigen Delegation, die an den Gesprächen zwischen Union und SPD beteiligt ist. Angeführt wird die CSU-Gruppe von Parteichef Horst Seehofer. Ebenfalls im Verhandlungsteam sind Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Generalsekretär Andreas Scheuer, Noch-Entwicklungsminister Gerd Müller, Noch-Agrarminister Christian Schmidt, der parlamentarische Geschäftsführer der Landesgruppe, Stefan Müller, Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Quelle: n-tv.de