Politik

"Nicht sicher, dass es bleibt" Söder traut guten Umfragewerten nicht

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Söder sagte erneut, sein Platz sei in Bayern - und dass diese Aussage eine "echte Schwere" habe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Politisch gesehen ist die Union der große Gewinner der Corona-Krise - sofern man den Umfragen Glauben schenken mag. CSU-Chef Söder sieht die guten Werte besonders kritisch. Und er äußerte sich auch wieder zu einer möglichen Kanzlerkandidatur.

CSU-Chef Markus Söder traut dem guten Abschneiden der Union in Umfragen nicht. "Die derzeitigen Umfragewerte sind keine reellen", sagte Söder im ARD-Sommerinterview und fügte mit Blick auf die Bundestageswahl im Herbst 2021 hinzu: "Es ist nicht sicher, dass das nächstes Jahr so bleibt." Die Union liegt im Trendbarometer von RTL und ntv seit Wochen stabil bei 38 Prozent.

Die Union hat seit Ausbruch der Epidemie in den Umfragen deutlich zugelegt und ist klare Nummer eins. Das sei auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Management der Corona-Krise zu verdanken. Die Union müsse die aktuellen Probleme lösen, sich inhaltlich positionieren und Geschlossenheit demonstrieren, forderte Söder. Einen Streit zwischen CDU und CSU wie 2017 dürfe es nicht noch einmal geben.

Der CSU-Chef ließ wenig Ambitionen für eine Kanzlerkandidatur der Union erkennen. "Mein Platz ist in Bayern. Natürlich. Klar", sagte er. "Wenn ich sage, mein Platz ist in Bayern, dann ist das nicht nur irgend so ein Satz, den man so daher sagt, sondern das hat dann schon eine echte Schwere dahinter." Das Zugriffsrecht liege ohnehin bei der Schwesterpartei CDU. Diese müsse zunächst ihre "innere Fragen" klären und einen neuen Vorsitzenden wählen. Danach müsse gemeinsam ein Team für die Bundestageswahl aufgestellt werden. Der kommende März könne dafür ein guter Zeitpunkt sein.

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Die CDU hat ihren Parteitag für Anfang Dezember geplant. Dann soll entschieden werden, wer Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nachfolgt. Söder warnte angesichts der Corona-Krise davor, sich monatelang in Personalfragen zu verhaken. Das verbiete auch der Respekt vor der amtierenden Bundeskanzlerin Merkel, die nicht wieder antritt. Man könne nicht für ein halbes oder dreiviertel Jahr eine Nebenregierung platzieren.

Quelle: ntv.de, mba/rts