Politik

Mehrere Tote bei Protesten Sudans Militär geht gegen Demonstranten vor

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Demonstranten auf dem Weg zu einer Sitzblockade vor einem Militär-Gebäude in Sudans Hauptstadt Khartum.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Sudan können sich Militär und Opposition nicht auf die Bildung einer Übergangsregierung einigen. Den anhaltenden Protest auf den Straßen versuchen die Streitkräfte nun mit Waffengewalt zu beenden. Beobachter berichten von Toten und Verletzten.

Im Sudan sind Sicherheitskräfte laut Opposition und Ärzten mit Waffengewalt gegen Demonstranten vorgegangen. Mindestens 13 Menschen seien dabei erschossen worden, teilte das Oppositionsbündnis Deklaration für Freiheit und Wandel mit. Zuvor war von fünf Toten die Rede. Viele Menschen seien zudem schwer verletzt worden. Es werde versucht, mit Gewalt die seit Wochen andauernde Sitzblockade im Zentrum Khartums aufzulösen, teilte das Gewerkschaftsbündnis SPA, die Organisatoren der anhaltenden Massenproteste der vergangenen Monate, mit.

Die Botschaft der USA im Sudan hat die Gewalt gegen Demonstranten scharf kritisiert. "Angriffe sudanesischer Sicherheitskräfte auf Demonstranten und andere Zivilisten sind falsch und müssen aufhören", twitterte die Botschaft. Die Verantwortung dafür trage der militärische Übergangsrat. Der Rat könne die Menschen Sudans nicht verantwortungsvoll führen, hieß es. Auch der britische Botschafter Irfan Siddiq äußerte sich "extrem besorgt" über die Entwicklungen. Es gebe "keine Entschuldigung für derartige Angriffe" der Armee, schrieb er bei Twitter. Das Vorgehen gegen die Demonstranten müsse sofort eingestellt werden.

Im April war Sudans Präsident Omar al-Baschir nach drei Jahrzehnten an der Macht von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Die Verhandlungen waren jüngst abgebrochen worden. Die Sitzblockade, die maßgeblich zum Sturz Al-Baschirs beigetragen hatte, wurde auch nach dem Putsch fortgeführt.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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