Politik

Anschlag in Masar-i-Scharif Taliban bedrohte deutschen Konsul mit Waffe

Der Anschlag auf das deutsche Konsulat im afghanischen Masar-i-Scharif verläuft offenbar wesentlich gefährlicher als bislang bekannt. Nach einem Medienbericht rettet ein BKA-Mann dem deutschen Konsul das Leben, indem er ihn zu Boden wirft.

Der Angriff der Taliban auf das deutsche Generalkonsulat im nordafghanischen Masar-i-Scharif war nach einem Medienbericht für deutsche Diplomaten gefährlicher als bisher bekannt. Generalkonsul Robert Klinke wurde einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge von einem Taliban-Kämpfer mit einer Schusswaffe bedroht - ein BKA-Mann rettete den Diplomaten, indem er ihn zu Boden warf. Klinke versteckte sich unter einem Schreibtisch, bis die Schießerei beendet war. Das erfuhr das Blatt aus Sicherheitskreisen.

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(Foto: REUTERS)

Wie die Zeitung weiter berichtet, war die Explosion zu Beginn des Angriffs so heftig, dass sich die Stahltüren des "sicheren Raumes", in dem sich die Konsulats-Mitarbeiter bei Anschlägen einfinden sollen, nicht mehr schließen ließen. "Wie durch ein Wunder kam kein Deutscher zu Schaden", zitiert die "Bild" aus Sicherheitskreisen.

Am Donnerstagabend hatte ein Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lkw gegen die Mauer des Konsulats gesteuert und damit eine schwere Explosion ausgelöst. Danach lieferten sich bewaffnete Angreifer auf dem Gelände und im Gebäude des Generalkonsulats Kämpfe mit Sicherheitskräften. An den Gefechten waren das Sicherheitspersonal des Konsulats, afghanische Sicherheitskräfte sowie deutsche, georgische, belgische und lettische Sondereinsatzkräfte der Nato-Mission Resolute Support beteiligt.

Diplomaten vorerst abgezogen

Bei dem Angriff und den nachfolgenden Gefechten wurden mindestens sechs Menschen getötet und 128 weitere verletzt. Alle 20 Mitarbeiter des Konsulats blieben nach Nato-Angaben unversehrt und wurden in Sicherheit gebracht.

Die schwer beschädigte Auslandsvertretung muss nun vermutlich auf Monate hinaus geschlossen bleiben. Das Personal - etwa zwei Dutzend Diplomaten und andere Mitarbeiter - wurde in ein etwa zehn Kilometer entferntes Bundeswehr-Lager in Sicherheit gebracht. Zunächst. Nach dem Taliban-Angriff meldet "Spiegel Online" außerdem, dass das Auswärtige Amt alle Diplomaten vorerst aus Afghanistan abziehen will.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa/AFP

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