Politik

Kein Wort zu Mullah Omar Taliban dementieren Friedensgespräche

Die afghanische Regierung verkündet den Tod des Taliban-Chefs Omar. Die Miliz geht in einer Mitteilung aber gar nicht erst darauf ein. Stattdessen dementiert sie, dass in Kürze Friedensgespräche stattfinden.

Die afghanischen Taliban haben Angaben zu in Kürze bevorstehenden Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul zurückgewiesen. Die Taliban seien sich "eines solchen Prozesses" nicht bewusst, teilte die radikalislamische Gruppierung auf ihrer Internetseite mit.

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Das FBI sucht nach Mullah Omar - und bietet bis zu zehn Millionen Dollar (9,1 Millionen Euro) Belohnung.

(Foto: AP)

Es war die erste öffentliche Äußerung der Taliban, seit die afghanische Regierung am Mittwoch den Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verkündet hatte. Zum mutmaßlichen Tod Omars äußerte sich die Gruppe nicht. Allerdings behauptete bereits am Mittwoch laut dem britischen Sender "Sky News" ein Taliban-Sprecher, Mullah Omar sei am Leben und immer noch Führer der Taliban.

Seit dem Sturz der Taliban 2001 durch eine Offensive unter US-Führung wurde Omar nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Der afghanischen Regierung zufolge ist Omar bereits seit mehr als zwei Jahren tot. Er starb demnach im April 2013 in einem Krankenhaus im pakistanischen Karachi.

Die genauen Umstände seines Todes sind allerdings unklar. Omar soll einer Krankheit erlegen sein. Die Taliban bestätigten das Ableben ihres Anführers bislang nicht offiziell. In der Vergangenheit waren immer wieder Botschaften aufgetaucht, die Omar zugeschrieben wurden - auch nach 2013.

Es war bereits befürchtet worden, dass die Nachricht vom Ableben des Extremisten die bereits vor einigen Wochen begonnenen Friedensgespräche zwischen den Taliban und Kabul beeinflussen könnten. Eine zweite Verhandlungsrunde sollte eigentlich am Freitag beginnen. Das Schweigen Omars hatte zuletzt auch zur Folge, dass ein Teil der Taliban-Kämpfer zu der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) überlief.

Quelle: ntv.de, mli/AFP