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Iran kündigt Strafmaßnahmen an Teheran beklagt "illegale" US-Sanktionen

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Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erhebt Vorwürfe gegen die US-Regierung.

(Foto: AP)

Die überraschenden US-Sanktionen gegen den Iran rufen Unverständnis und Widerstand hervor. Der iranische Außenminister wirft den USA vor, auf Eskalation statt auf Entspannung zu setzen.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die jüngsten Maßnahmen der US-Regierung in Bezug auf das Atomabkommen aufs Schärfste verurteilt. Es sprach dem katarischen Nachrichtensender Al-Jazeera gegenüber von "illegalen Sanktionen", die beschlossen wurden, "um das internationale Klima zu vergiften." Sarif kündigte zudem eigene Strafmaßnahmen gegen amerikanische Bürger an.

Beim am Freitag bevorstehenden Treffen in Wien zur Zwischenbilanz des Atomabkommens wolle sich der iranische Chefdiplomat beschweren, dass die USA Strafmaßnahmen dem Abkommen zuwiderlaufend nicht aufgehoben hätten. Neben dem Iran und den USA werden auch die vier anderen UN-Vetomächte und Deutschland in Österreichs Hauptstadt erwartet.

Sarif betonte, dass er keinen Kontakt zu US-Außenminister Rex Tillerson habe. Mit dessen Vorgänger John Kerry hatte Sarif hingegen im Zuge der Verhandlungen über das Atomabkommen sehr oft gesprochen. Für weitere Gespräche mit Tillerson sei Sarif aber offen.

Erst Treuebekenntnis, dann Sanktionen

Das Atomabkommen mit dem Iran aus dem Juli 2015 wurde von Trump während des Wahlkampfs noch als "schlimmster Deal", der jemals geschlossen worden sei, bezeichnet. Trotzdem sicherte der US-Präsident zu, dass seine Regierung weiter an dem Abkommen festhalte, weil der Iran sich an dessen Auflagen halte. Kurz nach dieser Ankündigung verhängte die Trump-Regierung allerdings wegen anderer iranischer Aktivitäten neue Sanktionen gegen das Land.

Die Sanktionen der US-Regierung  richten sich gegen Personen und Einrichtungen im Iran und seien eine Reaktion auf "anhaltende Bedrohungen" durch den Iran, darunter das Raketenprogramm des Landes und die Unterstützung Teherans für Terrorgruppen, teilte das Außenministerium in Washington mit.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/rts/dpa

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