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"Riesige Summen" Trump: Deutschland schuldet Nato Geld

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Trump bei seinem Treffen mit Merkel im Weißen Haus.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der US-Präsident legt nach. Kanzlerin Merkel ist gerade erst abgereist, da lobt Trump das gemeinsame Treffen im Weißen Haus. Aber nur, um danach noch Deutschland vorzuwerfen, der Nato Geld zu schulden. Was er damit meint, ist unklar.

Einen Tag nach dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Donald Trump auf Twitter Vorwürfe gegen Deutschland erhoben. "Trotz dem, was ihr von den FAKE NEWS gehört habt, hatte ich ein großartiges Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel", schrieb er zunächst.

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Dennoch schulde Deutschland der Nato "riesige Summen", hieß es weiter. "Die Vereinigten Staaten müssen besser für ihre mächtige und kostspielige Verteidigung bezahlt werden, die sie Deutschland bieten", schrieb Trump. Worauf genau er mit der Formulierung "Verteidigung" anspielte, ist unklar.

Inwieweit Deutschland der Nato Geld "schulde", erläuterte Trump ebenfalls nicht. Tatsächlich bezahlen Länder nur für ihre eigenen Militärausgaben, sie schulden Bündnispartnern somit kein Geld.

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Allerdings war der Streit um die Verteidigungsausgaben auch Thema beim Treffen Trumps mit Merkel am Freitag im Weißen Haus. Der Präsident forderte dabei erneut höhere Verteidigungsausgaben von den Nato-Partnern: Viele Länder schuldeten dem Verteidigungsbündnis erhebliche Beträge, sagte er. Das sei "ungerecht" gegenüber den USA. Gleichzeitig versicherte er dem Bündnis aber die Solidarität der USA.

"Wichtige Rolle der Nato"

Merkel ihrerseits dankte Trump für die "Bestätigung der sehr wichtigen Rolle der Nato", die er im Wahlkampf immer wieder in Frage gestellt hatte. Zudem sagte die Kanzlerin zu, dass Deutschland weiter daran arbeiten werde, die Ausgaben für die Verteidigung zu erhöhen. Man habe sich auf das entsprechende Nato-Ziel verpflichtet. "Wir werden auch weiter in diese Richtung arbeiten", so Merkel.

Trump kritisiert immer wieder, dass einige Nato-Staaten hinter den vereinbarten Verteidigungsausgaben zurückbleiben. Geeinigt hat sich die Allianz auf einen Etat in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2024. Deutschland, aber auch andere Länder, sind von diesem Ziel trotz Mehrausgaben jedoch weit entfernt.

Deutschlands Verteidigungsausgaben liegen derzeit bei 1,2 Prozent. 2015 waren es 1,18 Prozent. Neben den USA erreichen lediglich Griechenland, Estland, Großbritannien und Polen das Zwei-Prozent-Ziel.

Quelle: n-tv.de, mli

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