Politik

"Islamic State of Germany" Trump-Lager zeigt islamisches Deutschland

Ein Oktoberfest ohne Schweinshaxe und Alkohol? Der Kölner Dom mit Halbmonden auf den markanten Türmen? So wird Deutschland 2020 aussehen, propagiert eine texanische Werbeagentur. Der von ihr produzierte Film macht Stimmung für Trump.

Ein vom Trump-Lager finanziertes Video mit dem Titel "Islamic State of Germany" soll mehr Wähler für den republikanischen Kandidaten gewinnen. Im Mittelpunkt des Werbefilms: ein Deutschland, in dem Jihadisten die Eroberung und die Erweiterung des Kalifats gelungen ist. Darüber berichtete zuerst die "Berliner Morgenpost".

In dem Film wird das typisch Deutsche nach einer Islamisierung gezeigt: Auf dem Oktoberfest gibt es keine Schweinshaxe mehr und keinen Alkohol, stattdessen werden dort arrangierte Ehen gefeiert. Der Kölner Dom wurde in eine Moschee umfunktioniert und auf den Türmen des Schlosses Neuschwanstein und am Brandenburger Tor wehen Deutschlandfahnen mit dem Signet der Terrormiliz Islamischer Staat.

Das Video stammt von der in Texas sitzenden Agentur Harris Media. Diese hat nach eigenen Angaben schon für viele republikanische Politiker gearbeitet, aber auch schon für die israelische Likud-Partei und die britischen Brexit-Befürworter von Ukip. Mit ihrem populistischen Film macht das republikanische Lager nun Stimmung für Donald Trump.

Das bestreitet der Macher allerdings. Firmenchef Vincent Harris schreibt der "Morgenpost"-Redaktion: Seine Eltern seien aus Deutschland. "Ich liebe Deutschland", er sei auch schon mit Lederhosen auf dem Oktoberfest gewesen. Der Film solle "unabhängig von der Wahl" ein wichtiges Thema hervorheben.

"Subtile Satire"

Fest steht allerdings, dass Harris' Firma das Video für die als gemeinnützig anerkannte konservative Lobbyorganisation "Secure America Now" erstellt hat. Angeblich soll diese – nach eigenen Angaben – fast vier Millionen Mitstreiter haben. Ein Sprecher erklärte laut "Morgenpost", dass die Bilder unentschlossene Wähler in besonders umkämpften Staaten ansprechen sollen. In Deutschland wird er Twitterern als gesponsorter Inhalt angezeigt. Einige Nutzer beschwerten sich darüber bereits öffentlich.

Harris erklärte: Das Video sei eine "subtile Satire". Es sei dazu gedacht, die Betrachter zu schockieren und eine Reaktion auszulösen, um gemeinsam das Problem des islamistischen Extremismus' zu lösen. Er glaube nicht, dass Nutzer das Video falsch verstehen. "Es zeigt eine Zukunft, die verhindert werden kann, wenn der Westen gegen radikalen Islam zusammensteht."

Donald Trump selbst hatte die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits mehrfach kritisiert. In einer seiner Reden sagte er, Hillary Clinton wolle Amerikas Angela Merkel werden, "und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist".

Es soll demnächst noch ein weiteres Video ähnlicher Machart mit dem Titel "Islamic States of America" geben. Außerdem gibt es bereits einen Film mit dem Namen "Islamic State of France". Darin zu sehen: Die vollverschleierte Mona Lisa und der Eiffelturm mit IS-Flagge.

Quelle: ntv.de, kpi

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