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"Wollen uns mit hineinziehen" Trump erhebt Vorwürfe gegen Kurden

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Trump verteidigte seine Entscheidung des Truppenabzugs erneut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit dem Abzug ihrer Truppen aus Nordsyrien machen die USA den Weg für eine türkische Offensive gegen die Kurdenmilizen frei. Im Zuge der Kämpfe gelingt Hunderten IS-Unterstützern die Flucht aus kurdischen Lagern. US-Präsident Trump vermutet hinter dem Ausbruch ein böses Spiel der Kurden.

US-Präsident Donald Trump hat den in Nordsyrien kämpfenden Kurden unterstellt, sie wollten mit der Freilassung von Terroristen des Islamischen Staats (IS) die USA in den Konflikt mit der Türkei hineinziehen. Die "Kurden könnten einige freilassen, um uns zu verwickeln", twitterte Trump. IS-Kämpfer könnten aber "leicht" von der Türkei oder den europäischen Staaten, aus denen sie kämen, eingefangen werden - aber sie sollten sich beeilen, schrieb der US-Präsident.

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Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) waren im Kampf gegen den IS ein wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Die USA hatten kurz vor Beginn der Offensive der Türkei, die sich gegen die YPG-Miliz richtet, rund 50 Soldaten aus dem unmittelbaren Gebiet abgezogen. Mit dem Schritt machte Trump faktisch den Weg frei für den Einsatz. Am Wochenende ordnete er zudem an, dass mit dem Abzug von rund 1000 Soldaten aus Nordsyrien begonnen werden soll.

Verteidigungsminister Mark Esper erklärte das mit der Sorge, US-Soldaten könnten zwischen die Fronten geraten. Trump verteidigte seine Entscheidung des Truppenabzugs erneut. "Glauben die Leute wirklich, dass wir gegen das Nato-Mitglied Türkei in den Krieg ziehen sollten?", twitterte er. Die US-Regierung dringt auf den Abbruch der türkischen Offensive und hat den Nato-Partner mehrfach gewarnt. "Große Sanktionen gegen die Türkei kommen!", twitterte Trump.

Die SDF halten Tausende IS-Kämpfer in teils improvisierten Gefängnissen gefangen. Nach Angaben der kurdischen Autonomiebehörde und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London sind im Zuge der Kämpfe zwischen türkischen Truppen und Kurdenmilizen 780 IS-Unterstützer aus einem Lager ausgebrochen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von "Desinformation".

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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