Politik

Deripaska gibt Kontrolle ab Trump hebt Sanktionen gegen Rusal auf

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Der ehemalige CEO von Rusal, Oleg Deripaska.

(Foto: picture alliance / Dmitry Astakh)

Weil er enge Verbindungen zum Kreml hat, verhängte die US-Regierung vergangenes Jahr Sanktionen gegen sämtliche Unternehmen, an denen Oleg Deripaska beteiligt ist. Nun reduziert der russische Oligarch seine Anteile. Grund genug für Präsident Trump, die Zwangsmaßnahmen wieder einzustellen.

US-Präsident Donald Trump hat trotz Widerstands der Demokraten die Sanktionen gegen den russischen Aluminiumgiganten Rusal und dessen Mutterkonzern En+ gestrichen. Auch Strafmaßnahmen gegen andere Firmen, die in einer Verbindung zu dem Oligarchen Oleg Deripaska stehen, wurden aufgehoben, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die Sanktionen gegen Deripaska selbst blieben aber bestehen. Rusal ist der größte Aluminiumproduzent der Welt außerhalb Chinas.

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An der Börse in Hongkong schnellten die Rusal-Aktien um neun Prozent in die Höhe und erreichten den höchsten Stand seit April 2018. An der London Metal Exchange (LME) gaben die Preise für Aluminium um 1,4 Prozent nach. Als die Sanktionen im vergangenen Frühjahr verhängt worden waren, hatte das weitreichende Auswirkungen. So stiegen die Preise für den Rohstoff auf ein Sieben-Jahreshoch. Das wiederum traf Firmen auf der ganzen Welt, auch in den USA. So drohten sich etwa Autoteile und Getränkedosen zu verteuern.

Die US-Regierung hatte im April 2018 Strafmaßnahmen gegen Deripaska sowie Rusal und andere Unternehmen verhängt, an denen der russische Milliardär große Beteiligungen besitzt. Ihm werden enge Beziehungen zum Kreml nachgesagt. Zudem hatte er auch Verbindungen zu Paul Manafort, dem ehemaligen Wahlkampfmanager von Präsident Trump. Dieser wurde in den USA im Zuge der Untersuchung von Russland-Sonderermittler Robert Mueller wegen Steuer- und Bankenbetrugs im Zusammenhang mit seiner Lobbyarbeit für die Ukraine verurteilt.

USA wollten den Kreml bestrafen

Nach eigenen Angaben verfügt das russische Callgirl Anastasia Waschukewitsch über Beweise für russische Einmischungen in Trumps Wahlkampf: Das Callgirl hatte Aufnahmen von Deripaskas Jacht auf Instagram veröffentlicht, auf der er 2016 zusammen mit dem damaligen russischen Vize-Ministerpräsidenten Sergej Prichodko und anderen Escort-Mädchen vor der Küste Norwegens lag. Ein Audiomitschnitt ließ vermuten, dass sie über amerikanisch-russische Beziehungen sprachen. Mittlerweile hat Waschukewitsch ihre Aussagen zurückgenommen.

Das US-Finanzministerium hatte bereits am 20. Dezember angekündigt, die Sanktionen gegen den Aluminiumriesen Rusal, En+ und den Energiekonzern EuroSibEnergo fallen zu lassen. Die drei Unternehmen hatten zugesagt, den Mehrheitsanteil Deripaskas zu reduzieren und ihm die Kontrolle zu entziehen. Zudem verpflichteten sich die Unternehmen zu mehr Transparenz.

Quelle: ntv.de, lri/rts/AFP