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800.000 Menschen betroffen Trump könnte Einwanderer-Dekret streichen

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Schon zu Trumps Amtsantritt demonstrierten Menschen für den Beibehalt von Daca vor dem Weißen Haus.

(Foto: AP)

Viele illegale Einwanderer in den USA kennen keine andere Heimat, weil sie als Kinder mit ihren Eltern ins Land kamen. Diesen Menschen half US-Präsident Obama mit dem Daca-Programm. Sein Nachfolger Trump will das Dekret einem Bericht zufolge streichen.

US-Präsident Donald Trump will einem Bericht zufolge die bisher geltende Aufenthaltsregelung für illegal in die USA eingereiste Kinder und Jugendliche beenden. In der Internetzeitung "Politico" hieß es, Trump werde ein Dekret seines Vorgängers Barack Obama nach einer Übergangszeit von sechs Monaten annullieren. Dieses sieht vor, dass Einwanderer eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten können, wenn sie im Alter von unter 16 Jahren ohne gültige Papiere in die USA gelangt sind.

Laut "Politico" will es Trump dem Kongress mit der Frist von sechs Monaten ermöglichen, eine Alternative zu erarbeiten. Das bisherige Programm Deferred Action for Childhood Arrivals (Daca) wird auch in Teilen von Trumps Republikanischer Partei geschätzt. Die "New York Times" berichtete, Trump erwäge ernsthaft, Daca nach sechs Monaten ein Ende zu setzen. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass er seine Meinung noch ändere.

Am Freitag hatten die Vorsitzenden von Unternehmen wie Amazon, Apple, Facebook und General Motors das Weiße Haus und Spitzenpolitiker der Republikaner und Demokraten im Kongress in einem Brief aufgefordert, Daca zu verlängern. Sie warnten vor wirtschaftlichen Einbußen, sollte das Programm nicht fortgeführt werden.

Von Trumps Entscheidung, die für Dienstag erwartet wird, sind geschätzte 800.000 Menschen betroffen. Trump hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr angekündigt, dass er Daca "sofort" einstellen werde. Nach der Wahl hatte er seine Kritik an dem Programm jedoch abgemildert.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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