Politik

"Unser Land braucht einen Führer" Trump poltert als Kandidat in den Wahlkampf

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Er wählte den zurückhaltenden Auftritt: Donald Trump kündigt seine Kandidatur an.

(Foto: dpa)

Nur einen Tag nach dem Mitglied der Bush-Familie meldet sich ein weiterer Kandidat im Rennen um die US-Präsidentschaft. Nach jahrelangem Hadern will es Donald Trump nun wissen. Er will nichts Geringeres als Amerikas Niedergang stoppen.

Der amerikanische Baulöwe und Multi-Milliardär Donald Trump will US-Präsident werden. "Ich bin offiziell Kandidat für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten und wir werden unser Land wieder zu alter Größe führen", sagte der 69-Jährige im Trump Tower in New York. "Unser Land braucht einen wirklich großen Führer." Der Immobilien-Tycoon ließ sich auf einer Rolltreppe zum Hit "Rockin' In The Free World" des kanadischen Sängers Neil Young zu einer Bühne hinab bringen, nachdem er von seiner Tochter Ivanka vorgestellt wurde.

Er werde Amerika wieder groß machen und dem Iran und Terror in Nahost Paroli bieten, sagte er weiter. Zudem werde er gegen illegale Einwanderer eine Mauer an der mexikanischen Grenze bauen. "Niemand ist im Mauerbauen so gut wie Trump", sagte er.

Der auch aus dem US-Fernsehen bekannte Immobilienhändler kritisierte die Regierung und andere Politiker scharf, die seiner Meinung nach von "speziellen Interessen" geleitet seien. Der eigensinnige und stets Wert auf großen Auftritt legende Trump beklagte vor allem die derzeitige Außen- und Wirtschaftspolitik seines Landes und sprach davon, "Amerikas Niedergang" aufzuhalten.

Aufrüsten und Jobs schaffen

Er versprach, die US-Armee aufzurüsten, der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Stirn zu bieten, den Abschiebestopp von Ausländern ohne gültige Papiere aufzuheben und für Waffenbesitz einzutreten. Ferner will er die schwächelnde Infrastruktur in Gang bringen, Arbeitsplätze schaffen und sich um Kriegsveteranen kümmern. Zugleich stellte er die Arbeitslosenquote in Frage. Diese liege bei über 20 Prozent und nicht bei der von der Regierung angegebenen Zahl von unter sechs Prozent. "Glaubt nicht den 5,6 Prozent", sagte Trump.

China und Mexiko hätten den USA Arbeitsplätze weggenommen, sagte Trump weiter. "Wann war das letzte Mal, dass wir China etwa bei einem Handelsabkommen geschlagen haben?" Er dagegen schlage China "immer", sagte er zu Sprechchören im Publikum mit dem Slogan "Wir wollen Trump".

"Wir feiern keine Siege mehr"

"Die Vereinigten Staaten sind zum Abladeplatz der Probleme aller anderen geworden", sagte Trump. "Unser Land steckt in ernsten Schwierigkeiten. Wir feiern keine Siege mehr."

Der eigensinnige und stets Wert auf großen Auftritt legende Trump verwies auch ausdrücklich darauf, dass sein Nettovermögen mehr als acht Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) und damit doppelt soviel wie die vom Magazin "Forbes" geschätzten 4,1 Milliarden Dollar beträge.

"Ich mache das nicht, um anzugeben", sagte Trump und wedelte mit einem Papier mit Details über seinen Reichtum. "Ich mache das, um zu sagen, dass dies die Art Denken ist, die unser Land braucht." Die nächste Präsidentschaftswahl werde nach Kompetenz entschieden, in den USA gebe es aber "Verlierer" und "Menschen, die das Land den Bach runtergehen lassen".

Trump ist der zwölfte Republikaner der ins Rennen geht. Erst am Vortag hatte Jeb Bush seinen Hut in den Ring geworfen und angekündigt, nach Vater und Bruder der dritte Präsident aus seiner Familie werden zu wollen.

Mehrere Jahre mit Kandidatur kokettiert

Der Milliardär hat mehrmals mit dem Gedanken gespielt, für die Präsidentschaftswahl zu kandidieren, sich aber schließlich dagegen entschieden. Er hat laut Umfragen aber nur sehr geringe Chancen, sich bei den Vorwahlen der Republikaner durchzusetzen. Politische Kommentatoren nehmen ihn nicht ernst.

Die demokratische Parteiführung reagierte sarkastisch auf Trumps Präsidentschaftskandidatur, noch bevor dieser seine Rede beendet hatte. "Er bringt etwas von der benötigten Ernsthaftigkeit mit, die dem republikanischen Lager vorher fehlte", sagte eine Sprecherin.

Bei den Demokraten gilt die frühere Außenministerin und First Lady Hillary Clinton als klare Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur. Bei den Republikanern zeichnet sich mit einer Vielzahl von Kandidaten ein hartes Rennen ab, erst am Montag hatte ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, seinen Hut in den Ring geworfen. Die Vorwahlen beider Parteien beginnen Anfang kommenden Jahres, gekürt werden die Kandidaten auf Parteitagen im Sommer 2016.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts/AFP

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