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Deutsche als Bedrohung referiert Trump twittert weiter gegen EU-Armee

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Donald Trump blickt mit Argwohn auf die Vorschläge von Emmanuel Macron.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit seinem Vorschlag einer europäischen Armee stößt Frankreichs Staatschef auf Unverständnis beim US-Präsidenten. Trump zieht sogar einen historischen Vergleich, um Macron seinen Unmut über die Idee zu vermitteln. Deutschland dient dabei als Hauptfeind.

US-Präsident Donald Trump hat seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron mittels eines historischen Vergleichs kritisiert. Auf Twitter griff er einmal mehr Macrons Vorschlag an, wonach dieser angeblich eine eigene europäische Armee aufzubauen gedenke, um Europa gegen die Vereinigten Staaten, China und Russland zu schützen. Trump zufolge musste Frankreich sich bislang vor einem ganz anderen Land schützen: "Aber es war Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg - Wie ist es da für Frankreich gelaufen?" In Frankreich hätten sie angefangen, Deutsch zu lernen, bevor die USA eingriffen, so Trump weiter. Er schloss seinen Tweet mit dem Aufruf, für die Nato zu zahlen oder es zu lassen.

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Die Wortmeldung des US-Präsidenten ist eine erneute Spitze gegen Macron, der im Vorfeld des Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs am Wochenende eine europäische Armee angeregt hatte. In einem Radio-Interview sagte er, ohne eine "wahre europäische Armee" könnten sich die Europäer nicht verteidigen. Dabei verwies er auf Bedrohungen aus China und Russland, aber auch durch die in vielen Fragen geänderte US-Politik.

Trump kritisierte den Vorschlag Macrons als "sehr beleidigend". Unmittelbar nach seiner Ankunft zu einem Besuch in Paris entgegnete er am Freitagabend, Europa solle "erst einmal seinen fairen Anteil an den Kosten der Nato bezahlen".

Macron bemühte sich um Entspannung

Kurz vor einem Treffen von Macron und Trump am Samstag räumte der Elysée-Palast dann ein, dass Macrons Äußerungen Verwirrung ausgelöst haben könnten. Er habe aber nie gesagt, dass eine europäische Armee gegen die USA nötig sei. Macron hatte in dem Radio-Interview unter anderem auf Cyberbedrohungen verwiesen. Wie die "Washington Post" berichtet, sei dies angesichts vergangener Enthüllungen, wie dem NSA-Skandal und Ausspähen des Telefons von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nicht weiter verwunderlich.

Bei dem Vier-Augen-Gespräch mit Trump bemühte sich der französische Präsident am Wochenende um Entspannung. Macron sagte, er unterstütze Trumps Forderung nach einer besseren Lastenverteilung innerhalb der Nato. Europa könne "einen größeren Teil der gemeinsamen Lasten in der Nato tragen".

Neben Trump äußerte sich auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ablehnend zu Überlegungen für eine eigenständige europäische Armee. "Wir begrüßen größere Verteidigungsanstrengungen Europas", sagte Stoltenberg im ARD-"Morgenmagazin". "Das muss aber innerhalb des Nato-Rahmens geschehen." Wie wichtig die transatlantische Einigkeit sei, zeige die Erfahrung aus zwei Weltkriegen.

Der Erste Weltkrieg war im Juli 1914 durch eine Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien ausgelöst worden. Das damalige Deutsche Kaiserreich kämpfte auf der Seite der Österreicher. Dem standen neben Frankreich, Russland und Großbritannien auch später die USA entgegen. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs, der durch das NS-Regime unter Adolf Hitler begonnen wurde, besetzte die Wehrmacht 1940 den größten Teil Frankreichs. Die Alliierten - darunter die USA - befreiten das Land 1944 von der Nazi-Besatzung.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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