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"Sinnlose" EU-Sanktionen Tsipras macht Gutwetter in Russland

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Alexis Tsipras will sich für die Abschaffung der Sanktionen einsetzen.

REUTERS

Griechenlands Ministerpräsident Tsipras bereitet den Boden für seinen Moskau-Besuch. Er bezeichnet die EU-Sanktionen als "Sackgasse". Der Syriza-Chef könnte schon bald im Kreml nach Geld fragen müssen.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat eine engere Zusammenarbeit seines Landes mit Russland angekündigt. Nach einem früher "frostigen Verhältnis" strebe er in den bilateralen Beziehungen einen "Frühling" an, sagte Tsipras der russischen Agentur Tass.

Die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekonflikts bezeichnete er als "Sackgasse". Tspiras sagte, die Embargo-Politik betreffe auch griechische Agrarprodukte und schade der griechischen Wirtschaft. Die griechische Vorgängerregierung habe sich zwar den "sinnlosen" Maßnahmen angeschlossen. Der EU-Spitze habe er aber gesagt, dass diese Position sich ändern könne.

Er beklagte, dass er gleich nach seinem Amtsantritt eine Nachricht des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk erhalten habe, in der dieser es als selbstverständlich betrachtet habe, dass Griechenland für die Sanktionen sei. Tsipras habe sogleich Tusk und EU-Außenpolitikbeauftragte Federica Mogherini angerufen und klargestellt: "Denken Sie nicht, die griechische Position stehe fest. Die Situation hat sich geändert und es gibt eine neue Regierung. Sie sollten uns jetzt fragen, bevor sie Entscheidungen treffen." Nach den Telefonaten hat Tsipras jedoch erklärt, Griechenland trage die bereits verhängten Sanktionen mit.

Erinnerung an "gemeinsame Kämpfe"

Tsipras bezeichnete Russland als untrennbaren Teil der europäischen Sicherheitsstruktur. Russen und Griechen seien enge Verbündete. "Unsere Nationen hatten brüderliche Beziehungen geschmiedet, als sie in einem kritischen historischen Augenblick einen gemeinsamen Kampf führten", sagte der Regierungschef mit Verweis auf den Widerstand gegen Nazi-Deutschland.

Tsipras regte eine engere Kooperation seiner Regierung mit Moskau im Energiebereich und in der Landwirtschaft an. Russland hatte der neuen griechischen Regierung Hilfe zugesagt. Sollte Athen um Unterstützung bitten, werde Moskau dies prüfen, hatte Außenminister Sergej Lawrow vor kurzem gesagt. Berichten zufolge könnte Athen am 9. April das Geld ausgehen, denn dann wird eine Rückzahlung in Höhe von rund 450 Millionen Euro an den IWF fällig. Am 8. April ist Tsipras in Moskau.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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