Politik
Die türkische Regierung geht nach dem Putschversuch mit aller Härte gegen die vermeintlichen Drahtzieher vor.
Die türkische Regierung geht nach dem Putschversuch mit aller Härte gegen die vermeintlichen Drahtzieher vor.(Foto: dpa)
Mittwoch, 27. Juli 2016

Kritische Journalisten im Visier: Türkei schließt 45 Zeitungen und 16 Sender

Seit geraumer Zeit befinden sich kritische Journalisten im Visier der türkischen Regierung. Nach dem Putschversuch schließt diese per Dekret gleich Dutzende Medien. Auch gegen mutmaßliche Putschisten geht Ankara weiter vor.

Als Reaktion auf den gescheiterten Militärputsch geht die Türkei anscheinend massiv gegen Medien und Journalisten vor. Nach dem gescheiterten Putsch nimmt die türkische Regierung unliebsame Medien ins Visier. Insgesamt wurde die Schließung von drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernseh-Sendern, 23 Radio-Stationen und 45 Zeitungen angeordnet.

Zuvor hatte die türkische Justiz bereits Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung "Zaman" erlassen. "Zaman" war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

Weitere Konsequenzen gab es auch im türkischen Militär. Wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Putschversuch sind am Mittwoch 149 Generäle und Admiräle aus der Armee entlassen worden. 87 sollen dem Heer angehören, 30 der Luftwaffe und 32 der Marine. Insgesamt wurden damit nach dem gescheiterten Putsch bereits mehr als 15.000 Armeezugehörige festgenommen, mindestens 8000 sind immer noch in Gewahrsam.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt über die Verhaftungswelle in der Türkei. In einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu sagte Ban laut einem Sprecher, es müssten schnell "glaubhafte Beweise" vorgelegt werden, damit der Status der Festgenommenen jeweils vor Gericht geklärt werden könne. In dem Gespräch bezog sich Ban demnach auch auf "Besorgnis erregende Berichte über Misshandlungen" einiger Festgenommener.

Quelle: n-tv.de