Politik

Gewalt und Anschläge seit 2010 Tunesien kommt nicht zur Ruhe

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Mindestens 27 Menschen starben bei dem Anschlag.

(Foto: dpa)

Vor fast fünf Jahren begann in Tunesien der "Arabische Frühling". Doch dem schnellen Sturz von Machthaber Ben Ali folgte eine Zeit von Chaos und Gewalt. Immer wieder waren dabei auch Touristen das Ziel von Anschlägen.

Tunesien kommt auch mehr als vier Jahre nach dem Beginn des "Arabischen Frühlings" und dem Sturz des autoritär regierenden Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali nicht zur Ruhe. Bei einem Angriff auf ein Hotel im tunesischen Urlaubsort Sousse werden Dutzende Menschen getötet, darunter ausländische Touristen. Hier ein Überblick über die Entwicklung seit Ende 2010:

- 17. Dezember 2010: Der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi zündet sich an, weil er sich von den Behörden seiner Lebensgrundlage beraubt sieht. Die Verzweiflungstat gilt als Auslöser der folgenden landesweiten Massenproteste.

- 14. Januar 2011: Unter dem Druck der Massenproteste flieht der seit 23 Jahren amtierende Präsident Zine El Abidine Ben Ali nach Saudi-Arabien.

- 25. Februar 2011: Regierungsfeindliche Proteste zwingen Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi, den letzten aus der Ära Ben Ali, zum Rücktritt.

- 27./28. Oktober 2011: Nach Bekanntgabe der Ergebnisse der ersten freien Wahlen erschüttern gewaltsame Unruhen die Stadt Sidi Bouzid. Die islamistische Ennahda-Partei geht als Sieger aus den Wahlen hervor.

- 14. September 2012: Vier Menschen werden bei gewaltsamen Protesten vor der US-Botschaft gegen einen islamkritischen Film getötet.

- 6. Februar 2013: Der prominente Oppositionsführer Chokri Belaid wird erschossen. Das Attentat führt erneut zu schweren Unruhen, der islamistische Ministerpräsident Hamadi Jebali tritt als Konsequenz zurück.

- 25. Juli 2013: Ein weiterer Oppositionsführer, Mohamed Brahmi, wird erschossen. Auch hinter diesem Attentat werden islamistische Extremisten vermutet.

- 2. August 2013: Die Streitkräfte starten eine Offensive gegen islamistische Aufständische am Berg Chaambi an der Grenze zu Algerien.

- 4. Februar 2014: Der mutmaßliche Mörder Belaids wird bei einer Polizeirazzia getötet. Er ist einer von sieben schwer bewaffneten Extremisten, die bei dem Einsatz erschossen werden.

- 16. Juli 2014: Am Berg Chaambi an der Grenze zu Algerien töten Dschihadisten 15 Soldaten. Es ist der tödlichste derartige Angriff in der Geschichte der tunesischen Streitkräfte.

- 21. Dezember 2014: Der anti-islamistische Politikveteran Béji Caid Essebsi gewinnt die erste freie Präsidentschaftswahl in Tunesien.

- 18. März 2015: Bei einem Anschlag schwer bewaffneter Angreifer auf das Nationalmuseum von Bardo in Tunis sterben 21 ausländische Touristen, ein Polizist und zwei Attentäter. Obwohl die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) sich zu dem Anschlag bekannte, machte die tunesische Regierung die mit dem rivalisierenden Al-Kaida-Netzwerk verbündete islamistische Brigade Okba Ibn Nafaa dafür verantwortlich.

- 26. Juni 2015: Ein Angreifer erschießt in einem Hotel im Urlaubsort Sousse Dutzende Menschen, darunter ausländische Touristen.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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