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Aussichtslose Vermittlungsmission UN-Gesandter für den Jemen gibt auf

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Nach einem Luftangriff der Allianz werden in Ibb Verletzte geborgen. (Aufnahme vom 13. April)

picture alliance / dpa

Seit vier Jahren versucht Dschamal Benomar, für die UN zwischen den Konfliktparteien im Jemen zu vermitteln - vergeblich. Der Diplomat soll die Verantwortlichen für die Krise klar benannt haben. Doch bei der Weltorganisation wollte das offenbar niemand hören.

Inmitten des eskalierenden Konflikts im Jemen hat der zuständige UN-Sondergesandte Dschamal Benomar seinen Rücktritt eingereicht. Ein UN-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, Benomar habe seine "Absicht bekundet, seinen Posten niederzulegen". Der 58-jährige marokkanische Diplomat ziehe damit die Konsequenzen daraus, dass er den Rückhalt der arabischen Golfstaaten verloren habe.

Benomar hatte seit 2011 als Jemen-Gesandter gedient. 2012 hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihn in den Rang eines Vize-Generalsekretärs erhoben. Seitdem erlebte der Jemen zunächst einen Aufstand, der in der Absetzung des langjährigen Präsidenten Ali Abdallah Salih und der Wahl von Abd Rabbo Mansur Hadi endete.

Doch dieser Regierungswechsel sorgte nur kurzfristig für Hoffnung auf Stabilität im ärmsten der arabischen Länder. Inzwischen herrscht wieder Krieg im Land. Schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Soldaten liefern sich im Jemen seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi. Der floh im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die Hafenstadt Aden und später nach Saudi-Arabien.

Sanktionen nur gegen Huthi-Rebellen

Seit Ende März fliegt eine von Riad angeführte Allianz massive Luftangriffe auf die Gegner Hadis. Der Konflikt hat sich zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran ausgeweitet. Alle Vermittlungsversuche Benomars scheiterten, wofür dieser vor allem die unnachgiebige Haltung der Golfstaaten um Saudi-Arabien verantwortlich macht. Auf Antrag der arabischen Staaten hatte der UN-Sicherheitsrat gerade Sanktionen ausschließlich gegen die Huthi-Rebellen verhängt. Die saudischen Angriffe wurden dagegen nicht kritisiert.  

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon dankte Benomar für seinen Einsatz in den vergangenen vier Jahren. Ein Nachfolger solle "zu gegebener Zeit" benannt werden.  

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP/dpa

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