Politik

Kritik an Vorgehen der Taliban UN: Mehr IS-Angriffe in Afghanistan

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Ein Taliban-Kämpfer nach einer Operation gegen den Islamischen Staat, in deren Verlauf acht IS-Kämpfer festgenommen wurden und sich zwei in die Luft sprengten.

(Foto: picture alliance / AA)

Zwar bekämpfen die Taliban den Islamischen Staat seit Jahren, doch seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan scheint er sich wieder ausgebreitet zu haben. Die Zahl der IS-Angriffe steigt. Den Vereinten Nationen macht aber auch die Art der Taliban-Reaktion Sorgen.

Die UN haben vor einer Ausbreitung des Einflusses der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan gewarnt. Die seit Mitte August in dem Land regierenden militant-islamistischen Taliban hätten die Expansion des IS nicht eindämmen können, sagte Deborah Lyons, die UN-Sondergesandte für Afghanistan, dem UN-Sicherheitsrat, in New York. Der Einfluss des IS sei einst auf wenige Provinzen und Kabul beschränkt gewesen, nun scheine die Miliz in fast allen Provinzen präsent und zunehmend aktiv zu sein.

Die Zahl der Angriffe, die der IS für sich reklamierte, sei signifikant gestiegen. Im Jahr 2020 seien es 60 gewesen, in diesem Jahr bereits 334. Der IS greife weiterhin Schiiten im Land an, sagte Lyons weiter. Das Vorgehen der Taliban gegen den IS sei insofern besorgniserregend, als es sich stark auf außergerichtliche Inhaftierungen und die Tötung mutmaßlicher IS-Mitglieder zu stützen scheine. "Dieser Bereich verdient mehr Aufmerksamkeit von der internationalen Gemeinschaft."

Die Taliban hatten nach Beginn des Abzugs der internationalen NATO-Truppen weite Teile Afghanistans erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem. Armee und Polizei zerfielen, Vertreter der vorherigen Regierung flohen. Die Taliban, die den IS seit seinem Auftauchen in Afghanistan Anfang 2015 bekämpften, sehen sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, etwa für Sicherheit im Land zu sorgen. Der IS hatte in den vergangenen Wochen Anschläge mit vielen Toten auf Moscheen in Städten wie Kundus und Kandahar sowie auf das Militärkrankenhaus in Kabul verübt.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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