Politik

"Humanitäre Krise" an Südgrenze US-Behörde stoppt Zehntausende Migranten

imago89205026h.jpg

Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Mexiko und den USA ist im Februar deutlich angestiegen.

(Foto: imago/UPI Photo)

Die Situation an der US-Grenze zu Mexiko bleibt angespannt. Während Präsident Trump weiter seine Mauerbaupläne propagiert, reisen im Februar so viele illegale Migranten ein wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der Grenzschutz spricht von einer "einzigartigen Herausforderung".

Mehr als 76.000 Migranten sind im Februar ohne die nötigen Papiere über die Grenze zu Mexiko in die USA eingereist. Das sind mehr als doppelt so viele wie im selben Monat des Vorjahres, wie aus einer Statistik des US-Grenzschutzes CBP hervorgeht. Zudem ist dies die höchste monatliche Zahl seit Oktober 2013. "Wir stehen vor einer humanitären Krise und einer nationalen Sicherheitskrise entlang unserer Südwestgrenze", so Behördenchef Kevin McAleenan.

US-Präsident Donald Trump will die illegale Einwanderung über die Grenze zu Mexiko mit dem Bau einer Mauer stoppen. Zu deren Finanzierung hatte Trump im Februar den Nationalen Notstand ausgerufen. Im US-Senat deutet sich aber ein Mehrheitsvotum gegen den Notstand an, nachdem auch Senatoren von Trumps Republikanern Unterstützung für eine solche Resolution signalisiert hatten. Im Wahlkampf vor den Kongresswahlen im November hatte Trump von einer drohenden "Invasion" gesprochen.

Die wachsende Zahl der Familien und Kinder, die in größeren Gruppen und in entlegenen Gegenden über die Grenze kämen, stelle die Einrichtungen des Grenzschutzes sowie Nicht-Regierungsorganisationen vor eine "einzigartige Herausforderung", sagte McAleenan. Unter den Migranten waren laut der Februarstatistik rund 6800 unbegleitete Minderjährige.

Familien und unbegleitete Kinder machen derzeit rund 60 Prozent aller Festnahmen an der Grenze aus. Die meisten von ihnen kämen aus mittelamerikanischen Ländern wie Guatemala, Honduras und El Salvador. Um den Anstieg zu bewältigen, hat der Grenzschutz nach eigenen Angaben zusätzliche medizinische Versorgung für Migranten angeordnet, die von den Behörden festgehalten werden.

Jüngst hatte es mehrere Todesfälle von Menschen im Gewahrsam des US-Grenzschutzes gegeben. Nach dem Tod zweier Kinder aus Guatemala im Dezember war im Februar ein 45 Jahre alter Mann aus Mexiko in der Obhut der Behörden gestorben.

 

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP