Politik

Geheime Mails aus Washington US-Regierung filtert Clinton-Korrespondenz

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Hillary Clinton versucht seit Monaten, die Gemüter zu beruhigen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Material für die US-Öffentlichkeit: Hillary Clinton öffnet in der E-Mail-Affäre ihre Archive und gibt so viel dienstliche Korrespondenz wie möglich frei. Einige Texte sind der Regierung offenbar doch zu brisant.

Rund 150 weitere E-Mails der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton, die sie in ihrer Zeit als Außenministerin über ihr privates E-Mail-Konto verschickte, sind rückwirkend als vertraulich eingestuft worden. Regierungsmitarbeiter hätten darum gebeten, daher seien die Inhalte nachträglich bearbeitet worden, so Außenamtssprecher Mark Toner.

Der Prozess der Sichtung und Einstufung dauere allerdings noch an. Im August seien bereits 63 E-Mails Clintons "in irgendeiner Form" als vertraulich eingestuft. Nun will das Außenministerium rund 7000 weitere Seiten mit E-Mails veröffentlichen, die Clinton zuvor übergeben hatte.

Clinton gilt als Favoritin bei den US-Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur. Ihr Wahlkampf wird aber durch die E-Mail-Affäre überschattet. Clinton hatte im März zugegeben, dass sie in ihrer Zeit als Außenministerin eine private E-Mail-Adresse benutzte. Von den insgesamt 62.320 E-Mails aus dieser Zeit händigte Clinton 30.490 an das Außenministerium aus. Sie sollen bis Januar komplett gesichtet und so weit zulässig veröffentlicht werden.

Viel Arbeit für das Außenamt

Clinton hatte erklärt, die übrigen 31.830 E-Mails aus ihrer Amtszeit seien privater Natur. Die oppositionellen Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe dies getan, um ein einziges Smartphone benutzen zu können.

Noch Ende Juli hatte Clinton gesagt, sie sei "zuversichtlich", dass sie "nie irgendwelche Informationen, die damals als vertraulich eingestuft waren", per E-Mail versendet oder empfangen habe.

Quelle: ntv.de, dka/AFP