Politik

Angriff vor Jemens Küste US-Schiffe unter Raktenbeschuss

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Welche Art von "Gegenmaßnahmen" der Zerstörer "USS Mason" ergriff, teilte das Pentagon nicht mit.

(Foto: U.S. Navy photo)

Woher die Geschosse stammen ist noch unklar. Doch in den vergangenen Wochen waren amerikanische Kriegsschiffe im Roten Meer bereits mehrfach unter Beschuss geraten. Darauf hatte das US-Militär mit Luftangriffen im Jemen reagiert.

Wenige Tage nach mutmaßlichen Raketenangriffen der jemenitischen Huthi-Rebellen sind womöglich erneut US-Kriegsschiffe im Roten Meer beschossen worden. Die US-Armee teilte mit, in Richtung der Schiffe "USS Mason", "USS Ponce" und "USS Nitze" seien mehrere Raketen abgeschossen worden, die allerdings keinen Schaden anrichteten. Der Zerstörer "USS Mason habe Gegenmaßnahmen eingeleitet, sagte ein US-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, ohne Details zu nennen.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums versicherte, es sei niemand verletzt worden. Der Vorfall werde geprüft.

Die USA hatten den schiitischen Huthi-Rebellen kürzlich vorgeworfen, am Mittwoch ein US-Kriegsschiff vor der Küste des Jemen mit einer Rakete beschossen zu haben. Bereits am vergangenen Sonntag waren demnach zwei Raketen von Gebieten unter Kontrolle der Huthi-Rebellen auf zwei US-Kriegsschiffe im Roten Meer abgefeuert worden. Die Geschosse verfehlten den Angaben zufolge in beiden ihren Fällen ihre Ziele.

Als Konsequenz griff die US-Armee am Mittwoch erstmals Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen an. Drei Radaranlagen in einem von den Rebellen kontrollierten Gebiet an der jemenitischen Küste wurden mit Marschflugkörpern beschossen, wie das Pentagon mitteilte. Es habe sich um einen Akt der Selbstverteidigung gehandelt, der Einsatz bedeute keine stärkere Einmischung in den Konflikt im Jemen. Die jemenitischen Rebellen dementierten die Raketenangriffe auf die Kriegsschiffe.

USA überprüfen Unterstützung der Saudis

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Die Huthis hatten Anfang 2015 die im Norden gelegene Hauptstadt Sanaa und andere Sädte erobert.

Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. Seither wurden nach Schätzungen der UNO mehr als 6800 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten.

Die USA liefern der arabischen Militärkoalition im Kampf gegen die Huthis und ihre Verbündeten in den Reihen der Armee logistische Unterstützung. Nach einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa, bei dem vor einer Woche mehr als 140 Menschen getötet worden waren, kündigte Washington jedoch an, seine Unterstützung für die Koalition zu überprüfen.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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