US-Wahl

Umfragewerte in wichtigen "Wechselstaaten" Obamas Frauen-Bonus

Hat ein Schlag bei Frauen: Obama beim Empfang der Siegerinnen der amerikanischen Frauen-Basketball-Liga 2011.

Hat ein Schlag bei Frauen: Obama beim Empfang der Siegerinnen der US-amerikanischen Frauen-Basketball-Liga 2011.

(Foto: REUTERS)

Die US-Wahl 2012 könnte von den Frauen des Landes entschieden werden - und das ist gut für Obama. Denn laut einer aktuellen Umfrage ist er klar ihr Favorit. In den wichtigen "Swing States", die auch Romney gewinnen will, liegt Obama auch deswegen bisher vorn.

In der US-amerikanischen Wahlarithmetik sind die "Swing States" das Maß aller Dinge. Nicht, weil die Bürger hier das Tanzbein zu 30er-Jahre-Hits schwingen oder die freie Liebe im Grüppchen pflegen: Hier werden US-Präsidenten gemacht. Denn in den "Swing Staates" leben besonders viele Wechselwähler, die mal die Demokraten, mal die Republikaner bevorzugen. Damit werden sie bei fast jeder Wahl zum Zünglein an der Waage. Und die neigt sich gerade zu Barack Obamas Gunsten.

Kommt bei weiblichen Wählern gut an: Barack Obama, hier mit Australiens Premierministerin Julia Gillard.

Australiens Premierministerin Julia Gillard darf nicht für Obama stimmen.

(Foto: REUTERS)

Wie eine aktuelle Umfrage des Magazins "USA Today" und dem Gallup Institut ergeben hat, liegt der Amtsinhaber in allen zwölf potenziellen "Swing States" vor seinem Hauptkonkurrenten Mitt Romney. Insgesamt 151 Wahlmännerstimmen würde Obama damit alleine hier gewinnen. Zusammen mit den Staaten, die er mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls gewinnen wird, wäre ihm im Herbst ein Sieg faktisch nicht mehr zu nehmen.

Ausschlaggebend für Obamas gute Umfragewerte sind vor allem die Frauen. Die US-Wählerinnen würden laut der Befragung zu großer Mehrheit für Obama votieren. 60 Prozent aller Frauen unter 50 Jahren sprechen sich für ihn aus, so "USA Today", nur 30 Prozent hingegen für Romney. Insgesamt liegt Obama bei Frauen rund 18 Prozentpunkte vor Romney.

Abtreibungsdebatte schadet Romney

Bei Männern hingegen liegt Romney leicht vorn. Vor allem die Jüngeren halten zum Ex-Gouverneur aus Massachusetts - allerdings nicht genug, um seinen Nachteil bei Frauen wettzumachen.

Geschadet haben dürfte Romney vor allem die Debatte über Verhütungsmittel und Abtreibung, mit denen konservative Republikaner zuletzt für Aufsehen sorgten. Allen voran sein Herausforderer Rick Santorum: Der hat sich mit christlich-konservativer Rhetorik wiederholt gegen die "Pille danach" und Abtreibungen ausgesprochen. Romney selbst hatte als Gouverneur noch liberale Ansichten dazu, schwenkte im Wahlkampf aber auf Santorums Kurs ein, um die eigene Parteibasis nicht zu verprellen.

Außerdem brachten Republikaner in den vergangenen Monaten in mehreren Bundesstaaten Gesetze zur Einschränkung des Rechts auf Abtreibung auf den Weg. In Virginia sollen sich Frauen künftig sogar einem medizinisch unnötigen Vaginal-Ultraschall unterziehen, bevor sie die Freigabe für eine Abtreibung erhalten. Dass Virginias umstrittener Gouverneur Bob McDonnell zu Romneys lautesten Befürwortern zählt, könnte sich nun rächen.

Gute Chancen für Obama im Herbst

Insgesamt kippt die Wahlkampfkarte damit deutlich zu Obamas Gunsten. Im Nordosten gewinnt der Präsident laut "USA Today" in Ohio, Pennsylvania, Michigan und Wisconsin, im eher konservativen Süden Virginia und North Carolina. Vor allem Florida und Ohio wären schmerzhafte Verluste für Romney: George W. Bush wurde dank des "Sonnenschein"-Staates im Jahr 2000 Präsident; vier Jahre später blieb er es, auch dank Ohio.

Virginia und North Carolina hingegen sind vor allem Eckpfeiler von Obamas Wiederwahlstrategie. 2008 holte er hier zwei wichtige Überraschungssiege wo normalerweise immer die Republikaner dominieren. Sollte ihm ein solcher Coup auch in diesem Jahr gelingen, stehen seine Chancen für vier weitere Amtsjahre sehr gut.

Laut Gallup führt Obama auch im Direktvergleich mit Romney. Aktuell käme der Präsident auf 49 Prozent der Stimmen, Romney hingegen nur auf 45 Prozent.

Obamas Ärger mit Großspenderin

Doch nicht jede weibliche Unterstützung wird der Obama-Kampagne lieb sein. Zum Beispiel die von Abake Assongba: Die New Yorker Geschäftsfrau hat in diesem Wahlkampf bereits 50.000 US-Dollar für die Wiederwahl des Präsidenten gesammelt. Allerdings läuft gegen sie und ihren Mann zurzeit ein Strafverfahren in Florida: Das Paar soll sich mit betrügerischen Emails über eine halbe Million Dollar erschlichen haben. Das Obama-Team will den Vorwürfen nun nachgehen, das gesammelte Geld soll zurückgezahlt werden.

Finanzielle Nöte muss Obama deswegen aber nicht fürchten: Seine Kriegskasse ist mit rund 85 Millionen US-Dollar gut gefüllt.

Quelle: n-tv.de

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