US-Wahl

Vorwahlen gehen weiter Romney will den Hattrick

Mitt Romney kann auf drei Siege in Wisconsin, Washington D.C. und Maryland hoffen.

Mitt Romney kann auf drei Siege in Wisconsin, Washington D.C. und Maryland hoffen.

(Foto: AP)

Es wird nicht das Ende der Vorwahlen sein, wohl aber ein starkes Signal: In drei Bundesstaaten wird am Dienstag gewählt. Romney könnte drei Siege einfahren. Ein kleiner Schritt in Richtung Nominierung, aber noch lange nicht der letzte.

Wer beim Fußball drei Buden in einem Spiel macht, ist am Ende meistens der Sieger. Im amerikanischen Wahlkampf aber sind drei Erfolge am Stück manchmal wenig wert. Das wird am Dienstag wohl auch Mitt Romney erfahren – wieder einmal.

In drei Staaten finden Vorwahlen der Republikaner statt, in allen drei wird der Sieger mit großer Wahrscheinlichkeit Romney heißen. Das Rennen um die Nominierung der republikanischen Partei aber wird das nicht beenden, dabei liegt Spitzenreiter Romney bereits fast uneinholbar vorn.

Vorwahl nur Nebensache

Wisconsins umstrittener Gouverneur Scott Walker muss im Juni zur Neuwahl antreten.

Wisconsins umstrittener Gouverneur Scott Walker muss im Juni zur Neuwahl antreten.

(Foto: REUTERS)

In Wisconsin liegt Romney laut aktueller Umfragen rund 8 Prozent vor Verfolger Rick Santorum. Ihr Kampf um Delegierte gerät hier allerdings ohnehin zur Nebensache.

Im Juni muss sich der republikanische Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, zur Nachwahl stellen. Über 900.000 Bürger hatten per Unterschrift darauf gedrängt, nachdem Walker die Rechte von Gewerkschaften massiv einschränken wollte. Die republikanische Partei steht geschlossen hinter Walker, ideologische Differenzen zwischen Konservativen und Moderaten, wie bei den bisherigen Vorwahlen, sind da kaum zu erwarten. "Es gibt keinen Santorum-Romney-Bürgerkrieg", erklärte ein konservativer Politstratege der Webseite "Politico".

Außerdem gibt Romney wieder einmal deutlich mehr Geld aus als sein schärfster Konkurrent. Über drei Millionen US-Dollar hat das Ronney-Lager in Wisconsin ausgegeben. Das meiste Geld kam dabei von seinem Super-Pac "Restore our Future". Santorum kommt zusammen mit seinen Hilfstruppen auf rund 900.000 Dollar. Weniger aggressiv tritt er allerdings nicht auf: Sein neuer Werbespot bezichtigt Romney erneut, nur eine politische Kopie Obamas zu sein.

Santorums Hoffnung schwindet

Auch Santorum weiß den guten Wisconsin-Käse zu schätzen, wird die Vorwahl hier aber dennoch verlieren.

Kulinarische Freude oder doch ein Stoßgebet an Wisconsins Käse-Götter?

(Foto: picture alliance / dpa)

Trotzdem gibt sich Santorum inzwischen nur noch zurückhaltend optimistisch was seine Chancen am Dienstag angeht. Am Montag erinnerte er Wähler in Wisconsin an seinen knappen Sieg in Iowa, der erste Abstimmung des Vorwahlkampfes. 34 Stimmen reichten damals aus - ein Erfolg, den er für wiederholbar hält. "Es könnte also ein Herzschlagfinale werden", so Santorum. "Wenigstens hoffe ich das."

In den anderen beiden Staaten wird es das mit Sicherheit nicht geben. In Maryland wird Romney voraussichtlich über die Hälfte aller Stimmen gewinnen. Und in Washington D.C. steht Santorum nicht einmal auf den Wahlzetteln - ein Fehler, der seinem unerfahrenen Team nicht zum ersten Mal passiert.

Ruhiger April für Romney

Es wird also ein sanfter Start in den April für Romney werden, dem Monat, der vielleicht doch noch eine vorzeitige Entscheidung im zähen Vorwahlkampf bringen könnte. Denn auch in den restlichen Abstimmungen bis Monatsende stehen Romneys Chancen gut. Am 24. April stimmen fünf Staaten gleichzeitig ab, und lediglich in Santorums Heimat Pennsylvania droht ihm eine Niederlage.

Santorums Chancen, die Nominierung zu gewinnen, schwinden damit rapide. Aber der erz-konservative Ex-Senator gibt sich weiterhin kämpferisch. Schließlich sind erst weniger als die Hälfte aller Delegierten für den großen Parteitag im Sommer vergeben. "Wir haben noch nicht einmal die Halbzeit erreicht", sagte Santorum am Sonntag im TV-Sender Fox News.

Den Blick auf die Anzeigentafel erspart er sich offensichtlich.

Quelle: n-tv.de

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