US-Wahl 2020

Noch offenes Nevada vor Gericht Trump klagt gegen alle jüngsten Biden-Siege

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Die Wahl im US-Bundesstaat Nevada hat Trump noch nicht einmal verloren, da zieht er schon vor Gericht.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Auf direktem Weg kann Trump die Präsidentschaftswahl kaum noch gewinnen. Seiner angedrohten Klagewelle aber gibt er Schwung. Alle zuletzt Biden zugesprochenen Staaten sollen vor Gericht landen. Sogar in einem Staat, den Trump noch gewinnen könnte, klagt er bereits.

US-Präsident Donald Trump hat bei Twitter angekündigt, sein Team werde in allen Bundesstaaten, in denen Biden zuletzt den Sieg für sich in Anspruch genommen habe, Rechtsmittel wegen Wahlbetrugs einlegen. Es gebe "zahlreiche Beweise" für Wahlbetrug. Twitter versteckte den Tweet - wie bereits bei anderen Kurzbotschaften des Präsidenten - hinter dem Warnhinweis, die Inhalte seien "umstritten und möglicherweise irreführend".

Das Wahlkampfteam des Amtsinhabers reichte nach der Wahl nun auch eine Klage im Bundesstaat Nevada ein. Der Trump-Vertraute und frühere US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, sagte in Las Vegas, derzeit würden "illegale" Stimmzettel gezählt. Dies sei "inakzeptabel".

Der frühere Generalstaatsanwalt von Nevada, der Republikaner Adam Laxalt, sagte, es gebe Berichte über zahlreiche "Unregelmäßigkeiten". So seien Stimmzettel im Namen von Toten abgegeben worden. Außerdem seien die Stimmen von Tausenden Menschen gezählt worden, die während der Corona-Pandemie ihren Wahlkreis verlassen hätten und deswegen dort nicht mehr hätten wählen dürfen. Belege dafür gibt es nicht.

Das Rennen zwischen Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden in Nevada ist extrem eng. Trumps Wahlkampfteam hat bereits Klagen in den umkämpften Bundesstaaten Pennsylvania und Georgia eingereicht und verlangt eine neue Stimmauszählung in Wisconsin. Eine Klage, mit der ein Stopp der Auszählung in Michigan erreicht werden sollte, wies die zuständige Richterin bereits ab.

Trump liegt derzeit in dem Präsidentschaftsrennen hinter Biden. Trump kommt auf 213 Wahlleute, für einen Sieg braucht er mindestens 270. Biden kommt bislang auf mindestens 253 Wahlleute. Wird der Bundesstaat Arizona hinzugerechnet, in dem einige Medien Biden bereits zum Sieger ausgerufen haben, sind es 264.

Quelle: ntv.de, mra/AFP