Politik

Wusste Moskau von Assads Sarin? USA deuten russische Mittäterschaft an

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Auf der syrischen Basis Al Schairat waren auch russische Soldaten stationiert. Wussten die nicht von den Gas-Angriffen, die von hier aus geflogen wurden, fragt der US-Regierungssprecher.

(Foto: REUTERS)

Der Ton zwischen Washington und Moskau wird rauer. Die US-Regierung will nun untersuchen, ob Russland am mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun direkt oder indirekt beteiltigt war. Trumps Sprecher sieht dafür offenbar starke Indizien.

Die USA untersuchen eine mögliche Komplizenschaft Russlands bei dem mutmaßlich von syrischen Regierungstruppen verübten Giftgasangriff mit dutzenden zivilen Todesopfern. Eine Schlussfolgerung in dieser Frage sei aber noch nicht gezogen worden, sagte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter in Washington, der anonym bleiben wollte.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte seinerseits, derzeit gebe es in den US-Geheimdiensten "keinen Konsens" darüber, ob Russland in den Angriff involviert gewesen sei oder nicht. Russland steht den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in dem Bürgerkrieg massiv militärisch zur Seite.

Bei dem mutmaßlichen Gasangriff vor einer Woche in der von Rebellen kontrollierten Stadt Chan Scheichun waren mindestens 87 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Als Reaktion ließ US-Präsident Donald Trump den Stützpunkt Al-Schairat der syrischen Luftwaffe mit Raketen beschießen. Von der Basis aus sollen nach US-Angaben die Gasangriffe geflogen worden sein. Auf dem Stützpunkt sind auch russische Militärs stationiert.

Der US-Regierungsmitarbeiter stellte die Frage, wie es möglich sein könne, dass die dortigen russischen Soldaten keine Kenntnis von dem auf dem Stützpunkt vorbereiteten und gestarteten Chemiewaffenangriff gehabt haben sollen: "Wir denken, das ist eine Frage, die es wert ist, den Russen gestellt zu werden."

Die Regierungen in Damaskus wie Moskau bestreiten, dass die Assad-Truppen einen Giftgasangriff geflogen haben. Nach russischer Darstellung soll das Nervengas aus Lagern der Rebellen stammen. Das Gas soll demnach bei einem Beschuss der Depots durch die syrische Luftwaffe freigesetzt worden sein.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP